Experten hatten im vergangenen Jahr vermutet, dass der Leitzins für die Euro Zone spätestens im Herbst dieses Jahres angezogen werden würden. Nun haben wir bereits Dezember, die nächste Ratssitzung der Europäischen Zentralbank wird erst im Januar des kommenden Jahres stattfinden – und der Leitzins bleibt weiter auf 1,00 Prozent.
Die abwartende Haltung der EZB wird immer unverständlicher, je länger der Leitzins auf dem historisch niedrigen Niveau verbleibt. Günstigere Kredite haben die Bankkunden trotz des niedrigen Leitzinses nie bekommen, dafür sind die Zinsen für Geldanlagen fast flächendeckend in den Keller gefallen. Aber die Europäische Notenbank, rund um ihren Ratsherren Jean-Claude Trichet macht munter weiter mit einer Stabilitätspolitik, die ihren Sinn längst verfehlt hat.
Anstatt den Leitzins anzuheben und damit den Euro wirklich zu stabilisieren, wird weiter auf Durchzug beim EZB-Rat gesetzt und auf die Ablösung am Präsidenten-Tisch gewartet. Trichet wird bald seinen Hut nehmen, ein Nachfolger ist immer noch nicht gewiss – die Euro Zone steckt fest im eigenen Chaos und der Angst vor der eigenen Courage, Flagge zu zeigen und sich zu sich selbst zu bekennen.
Stattdessen nützen Spekulanten auch weiterhin die Unsicherheit in den Ländern der Währungsunion aus, um gegen den zu wetten, was auch immer wieder gelingt. Längst sind den Ratsmitgliedern der Europäischen Zentralbank die Zügel aus der Hand gefallen, sie haben es nur noch nicht merkt.
Einzig den Anlegern, die auf Devisenhandel setzen, bringt das Taumeln des Euro etwas, wenn sie auf die richtige Währung setzen. Was fast wie ein Spiel klingt, ist bitterer Ernst, wer richtig anlegt, kann eine saftige Rendite erhalten mit dem, was sich Forex nennt.

