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Bundesbank nach Abgang von Axel Weber mit Problemen und EZB-Vorsitz ungewisser denn je

14. Februar 2011 –

Axel Weber geht, und gibt nach sieben Jahren vorzeitig sein Amt als Chef der Bundesbank auf. Die einstmals so große und wichtige Notenbank war in den letzten Jahren eher durch Skandale (Sarrazin) und durch ein Hin und Her, ob Weber denn nun den Vorsitz der Europäischen Zentralbank erhalten wird oder nicht, geprägt. Nun aber macht Weber den Abgang – und Deutschland steht vor einem großen Fragezeichen.

Denn es geht nicht nur einfach um die Frage der Nachfolge des Bundesbank-Chefs, es geht auch darum, weder in der Euro Zone noch in der ganzen Welt sein Gesicht zu verlieren. Nach der Benennung von Thilo Sarrazin hatte es schon seltsame Blicke von so manchen gegeben, während des Hin und Her um sein Ausscheiden noch viel mehr. Als er dann freiwillig das Feld räumte, ging es um Schadensbegrenzung, die bislang jedoch nicht gelungen war. Der Abgang Webers ist nun ein Paukenschlag, den die Bundesbank wie die Regierung erst einmal verkraften muss. Das war nicht geplant, das war nicht angedacht, das war nicht in Betracht gezogen worden.

Vielmehr war Axel Weber als heißer Nachfolgekandidat für den noch amtierenden Chef der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet im Gespräch – und nach einer Umfrage waren seine Chancen für den Ratsvorsitz der EZB sogar noch gestiegen.

Nun aber sieht die Lage ganz anders aus. Weber geht, wird die Bundesbank verlassen und damit auch nicht zur Europäischen Notenbank wechseln. Die Personalfrage ist damit ganz offen – und Kanzlerin Merkel steht nun mit dem Rücken an der Wand, da sie sich schnell entscheiden muss, wenn sie als Nachfolger von Axel Weber benennt. Denn die Zeit drängt. Eines ist jedoch sicher: Der nächste Präsident der EZB wird nicht aus Deutschland kommen, so sehr wie sich die Kanzlerin dies auch gewünscht hat. Die Chance ist vertan, dank Webers plötzlichem Abgang, dessen Zukunft durch sein Hinwerfen auch ungewiss geworden ist.

Gerüchte hatten ihn mit der Deutschen Bank in Verbindung gebracht und als möglichen Nachfolger von Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann. Durch sein Verhalten um den vorzeitigen Ausstieg hat sich Weber diese Chance jedoch wohl verbaut, da er kaum, da sind sich viele einig, als Chef der größten Bank Deutschlands tragbar sein kann – nach dem Abgang bei der Bundesbank. Die Deutsche Bank würde damit sehr viel an Glaubwürdigkeit einbüßen, das kann sich eine Bank dieser Größenordnung und dazu noch als neue Eigentümerin der Postbank, kaum leisten. Der Imageschaden, der in der Finanzkrise noch einigermaßen bewahrt werden konnte, würde wohl zu hoch sein.

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