Heute Morgen trat der Commerzbank-Vorsitzende Manfred Blessing einen schweren Weg an. Nach einem bereits schwierigen 4. Quartal 2008 war für 2009 ein Verlust zu vermelden – in Höhe von 4,5 Milliarden Euro.
Seitdem kann man der Aktie der Commerzbank bei ihrem freien Fall zusehen. Inzwischen liegt das Wertpapier der Bank bei einem Minus von 6,95 Prozent. Ein weiterer Wertverfall könnte möglich sein – die Anleger sind gefrustet und verleihen diesem auch durchaus Luft, durch den Verkauf ihrer Aktien.
Die Commerzbank hat sich möglicherweise vertan mit dem doch für viele doch recht überraschenden Kauf der ehemaligen Allianz-Tochter Dresdner Bank. Wie auch bei der Allianz, so hat auch bei der Commerzbank die Dresdner Bank ihre finanziellen Spuren hinterlassen. Die eigentlichen Produkte wie etwa das Commerzbank Girokonto oder das Geschäftskonto sind jedenfalls eindeutig konkurrenzfähig und empfehlenswert.
Der Vorstandsvorsitzende, Martin Blessing, gab sich auch entsprechend deprimiert:
“Wie erwartet, weisen wir für 2009 ein negatives Ergebnis aus. Das ist unbefriedigend, aber es gibt dafür zwei wichtige Gründe: Das Ergebnis zeigt die Folgen der anhaltenden Wirtschafts- und Finanzmarktkrise – und diese Krise ist noch nicht vorüber, auch wenn das Jahr 2010 operativ erfreulich angelaufen ist. Zudem haben wir 2009 bereits einen Großteil des Aufwands für die Restrukturierung und Integration der Dresdner Bank verbucht. Wir haben in die Zukunft der Bank investiert – und das hat das Ergebnis mit rund 1,9 Milliarden Euro belastet”.
Die Frage ist nur: War ein so hoher Verlust auch innerhalb der Commerzbank erwartet worden? Auch für 2010 macht der Vorstand den Anlegern keine Hoffnung. „Aber spätestens 2011 werden wir wieder Gewinn erzielen.“, ließ Blessing heute verlaufen. Und gab damit wohl den Startschuss für den freien Fall der Commerzbank-Aktie, die inzwischen fast minütlich im Wert nachlässt.

