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Banken

Deutsche Bank trägt Mitschuld an der Finanzkrise

04. Mai 2011 –

Die Deutsche Bank AG hat die Finanzkrise relativ gut überstanden. Sie war eine der wenigen Großbanken, die keine Staatshilfe in Anspruch genommen hat. Der Blog duckhome.de kommentierte dies kritisch. Es entsteht daher der Eindruck, dass die Bank nicht in riskante Geschäfte verwickelt war, die im Jahr 2008 die ganze Welt mehrere Schritte Richtung Abgrund bewegt haben. Doch dieser Eindruck täuscht gewaltig: Ein Komitee des US-Senats ist auf brisante Dokumente gestoßen, die belegen, dass die Deutsche Bank die Finanzkrise mit verschuldet hat.

Auf ca. 120 Seiten wird beschrieben, wie skrupellos die Vorgehensweise war: Die amerikanische Tochter der Deutschen Bank verkaufte toxische Papiere und wettete gleichzeitig auf deren Verfall. Sie erkannte bereits im Vorfeld, dass diese Papiere in Kürze wertlos sein würden. Trotzdem hatte sie diese Kreditderivate im Wert von rund 700 Mio. Euro verkauft. Wenige Monate später waren diese Papiere tatsächlich wertlos.

Die Bank verdiente also doppelt – und zwar mit dem Verkaufserlös aus den Papieren und den abgeschlossenen Wetten. Die Käufer waren andere Banken, die dann mit Geldern der Steuerzahler gerettet werden mussten. Rp-online berichtet, dass 88 Investoren die Deutsche Bank wegen der Verletzung von Verpflichtungen bei Wertpapiergeschäften verklagen werden.

Diese Berichte bringen die Deutsche Bank nicht unmittelbar in Bedrängnis, doch der Ruf der Bank in den USA könnte nachhaltig einen Verlust erleiden.

In Deutschland steht Herr Ackermann genau wegen solcher Geschäftspraktiken unter Druck, wie der Krisenland Blog über eine Story im Spiegel bemerkt. Die hohe Renditeerwartung führt unweigerlich zu solchen Transaktionen, die zu einem Risiko für ganze Staaten werden können.

Die Verantwortlichen von damals werden heute nicht mehr bei der Deutschen Bank beschäftigt. Die Mitschuld trägt sie trotzdem. Niemand kann behaupten, dass die Geschäftsleitung von solchen Praktiken nichts gewusst hat.

Diese Erkenntnisse entfachen neue Diskussionen darüber, wie der Staat sich gegenüber solchen Banken verhalten sollte. Die Deutsche Bank gehört zu den größten Banken weltweit und hat einen ausgesprochen großen Einfluss auf die globalen Finanzmärkte. Es stellt sich somit die Frage, ob eine Bank mit solchen Geschäftspraktiken auch systemrelevant sein darf. Insbesondere im Hinblick darauf, als dass Herr Ackermann sich auch in seinen letzten Jahren als Kopf der Bank nicht von seinen exorbitanten Renditezielen verabschieden möchte. Der Risikoappetit der Bank hat keineswegs nachgelassen. Im Gegenteil – es entsteht der Eindruck, dass die Bank nichts aus der Krise gelernt hat.

Die Deutsche Bank ist offensichtlich noch nicht soweit, als dass sie neben den betriebswirtschaftlichen Zielen auch die gesellschaftliche Verantwortung übernehmen kann.

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