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Banken

Droht Deutschland eine Krise der Bausparkassen?

19. November 2012 –

Die niedrigen Zinsen machen nicht nur den Sparern und den Lebensversicherungen zu schaffen, langsam aber sicher betrifft das derzeitige Zinsniveau auch die Bausparkassen. Denn: für alte Verträge gibt es immer noch hohe Zinsen in der Bausparphase, aber die Kunden rufen kaum mehr Bausparkredite ab, da diese aus den früheren Verträgen verglichen mit dem heutigen Zinsniveau für Kredite deutlich zu hoch sind.

Damit zeigt sich ein zweites gravierendes Problem der Geldpolitik der europäischen Notenbank, der EZB: der niedrige Leitzins hat zu einem zweigeteilten Zinsrutsch geführt. Während die Sparzinsen durch mehrfachfache Zinssenkungen immer mehr in den Keller absinken, sind auch die Kreditzinsen – wenn auch moderater – gesunken durch die Leitzinssenkungen.

Dadurch haben die Bausparkassen Probleme, ihre Kredite unters Volk zu bringen, die vor einigen Jahren zu meist weitaus höheren Zinsen in den Bausparverträgen vereinbart wurden, als derzeit Kreditzinsen möglich sind. Dadurch profitieren die Bausparer noch von den damals vereinbarten hohen Sparzinsen (siehe dazu etwa den Vergleich auf http://www.bausparvertrag.net/vergleich-bausparkasse.html), wollen jedoch, durchaus verständlicherweise, keinen Bausparkredit mit hohen Zinsen haben. Stattdessen wird dann ein Kredit bei einer Bank oder einem anderen Anbieter abgeschlossen, die Bausparkassen hingegen sehen in die Röhre, weil sie trotzdem die vereinbarten Bausparzinsen bezahlen müssen.

Inzwischen ist die Lage der Bausparkassen auch Thema bei der deutschen Finanzaufsicht BaFin geworden. Zum Stichtag Freitag mussten die 23 Bausparkassen, die es hierzulande gibt, die Unterlagen für die Erstellung einer Zinsrisikoumfrage bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht einreichen. Nun wird sich zeigen müssen, wie gut es wirklich um die deutschen Bausparkassen bestellt sich und ob sich die Krise der Lebensversicherer nun auch auf sie ausgeweitet hat.

Die Bausparkassen sind damit natürlich im Zugzwang und so mancher Bausparvertrag wurde mittlerweile gekündigt, weil die Kunden nur den hohen Sparzins im Kopf hatten, aber nicht gewillt waren, ein Bauspardarlehen aufzunehmen. Bei anderen Verträgen sind die Bausparkassen dazu übergegangen, die Sparsumme zu deckeln, damit in der Sparphase nicht noch mehr Geld eingezahlt wird, um von den hohen Bausparzinsen zu profitieren. Die Krise hat Deutschland damit auch erreicht. Anders als von vielen gedacht, aber es sind die Sparer, die Lebensversicherer und nun wohl auch die Bausparkassen, die massiv unter den Folgen der europäischen Schuldenkrise zu leiden haben. Es bleibt nun nur noch zu hoffen, dass die Zinswende bald wieder kommt, damit die hohen Bausparzinsen wieder tragbar sind und die Sparzinsen für Anlageformen wie Festgeld und Tagesgeldkonten wieder aus dem Tal finden.

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