Die Verstaatlichung der des Münchner Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate hat viel Staub aufgewirbelt vor einigen Monaten. Nicht jeder Experte war für die Übernahme der finanziell völlig am Boden liegenden HRE durch den Bund. Im Gegenteil, Stimmen wurden laut, man solle die Hypo Real Estate doch in die Pleite gehen lassen, damit die Bank überhaupt wirklich gesunden kann.
Den Kritikern zum Trotz, und auch entgegen der Wünsche der früheren Eigner wurde die HRE dann verstaatlicht – und hängt nun noch mehr als bisher dem Steuerzahler an der Backe. Dies zeigen auch die heute veröffentlichten Zahlen für das erste Halbjahr 2010. Auch weiterhin macht der Immobilienfinanzierer, den die einen als systemrelevant, die anderen als Fass ohne Boden bezeichnen, Verluste in dreistelliger Millionenhöhe.
Die Gewinn- und Verlustrechnung der Hypo Real Estate zeigt, wo einer der Haken ist bei der Bank: Die Provisionen. Im Vergleich zum ersten Halbjahr des vergangenen Jahres sind die Provisionen kaum zurückgegangen, die HRE macht also munter weiter mit ihren Spielchen, die dann durch die Steuergelder ausgeglichen werden muss.
Fatal ist vor allem jedoch auch eines: Dass die Hypo Real Estate viele griechische Staatsanleihen in ihren Büchern stehen hat. Das immer noch nicht vor der Pleite gerettete Land hatte sich vor Jahren nur durch gefälschte Bilanzen den Zugang in die Währungsunion verschafft, war aber damals bereits hoch verschuldet. Dass auch nach der Verstaatlichung der HRE kräftig Staatsanleihen des überschuldeten Landes dazugekauft wurden, zeigt, wie wenig der Bund als Eigner wirklich Einfluss nehmen mag auf die Bankgeschäfte des verstaatlichten Immobilienfinanzierers.
Immerhin gab es inzwischen auch ein neues Glückserlebnis für den Bank-Besitzer Bund: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau, KfW, hat schwarze Zahlen geschrieben im ersten Halbjahr 2010 und konnte, anders als die HRE, einen Überschuss erwirtschaften – von immerhin 980 Millionen Euro.

