Noch hält die Deutsche Bank ein knappes Drittel der Tochterbank der Deutschen Post. Dies könnte sich aber bald ändern. Nachdem Ende der vergangenen Woche zahlreiche Gerüchte hochgekocht waren, hat die Deutsche Bank gestern eine entsprechende Erklärung zur Postbank-Übernahme abgegeben.
Die Postbank ist immer noch Deutschlands größte Privatkundenbank. Mit mehr als 14 Millionen Privatkunden hat die Deutsche Bank bei einer Übernahme die Möglichkeit, eine Kundenklientel zu erreichen, die bislang gar nicht wirklich zur Zielgruppe der Deutschen Bank zählten, und dabei auch interessante Produkte wie das Postbank Girokonto mit derzeit bis zu 2,20 % Zinsen pro Jahr oder die Postbank SparCard mit 1,80 % Zinsen pro Jahr im Programm.
Dadurch könnte eine flächendeckende Veränderung der deutschen Bankenlandschaft stattfinden, da die Deutsche Bank, gepaart mit ihrer eigenen Tochterbank Postbank dann in eine neue Offensive für die Kundenbindung und den Fang von Neukunden starten könnten. Nachdem die ING-DiBa vor wenigen Tagen mit einem neuen Markenauftritt an den Start gegangen ist, könnte man sich durchaus auch für die Postbank-Deutsche Bank einen neuen Markenauftritt vorstellen.
Noch aber ist die vollständige Übernahme der Postbank nicht in trockenen Tüchern, doch die Aktionäre der Deutschen Bank erfreuen sich langsam an dem Gedanken, dass die Postbank der Deutschen Bank nun ganz gehört.
Nachdem vergangene Woche der Kurs der Aktie der Deutschen Bank große Einbußen erleiden musste, geht es zu Beginn dieser Woche schon wieder bergauf, denn neben dem für die Komplettübernahme benötigten Kapital, das erst einmal schmerzt, bietet die Postbank für die Deutsche Bank eine Menge Möglichkeiten. Zudem baut der Branchenführer auf dem deutschen Bankenmarkt damit seine Position deutlich aus.
Es könnte also richtig spannend werden, was aus dem gemeinsamen Weg beider Banken an Angeboten für Sparer und Anleger hervorgehen könnte, solange der “kleine” Privatkunde dabei nicht vergessen wird.

