Irgendwie klingt es wie ein Aprilscherz, die Sache mit dem Jahreszahl-Bug und der Nichtverwendbarkeit von Millionen von EC-Karten und Kreditkarten. Nur begann die Geschichte eben nicht am 1. April, sondern am 1. Januar dieses Jahres.
Erst begann es damit, dass am Neujahrstag Kunden der Postbank kein Geld an Automaten abheben konnte. Jeder dachte, es sei nur die gelbe Bank, die davon betroffen sei. Dann weitete sich die Geschichte aus, auch Kunden der Commerzbank hatten Pech, welche den entsprechenden, fehlerhaften EMV-Chip auf ihrer Karte haben. Inzwischen ist klar: Insgesamt sind 30 Millionen Plastikkarten, EC-Karten wie Kreditkarten, von dem Debakel betroffen.
Den Hauptteil machen dabei Karten der Sparkassen und Landesbanken aus, bei denen von 45 Millionen EC-Karten gleich gut 20 Millionen mit dem fehlerhaften Chip ausgestattet waren. Auch 3,5 Millionen Kreditkarten von Landesbanken und Sparkassen sind betroffen, immerhin eine hohe Anzahl bei „nur“ acht Millionen insgesamt von diesen Geldinstituten ausgegebenen Kreditkarten.
Bei den privaten Banken sieht es hingegen besser aus. Dort sind nur 2,4 Millionen EC-Karten betroffen, von insgesamt 22 Millionen Karten. Zusätzlich kommen auf die Privatbanken 150.000 betroffene Kreditkarten, wie hoch die Anzahl der gesamt ausgegebenen Kreditkarten dieser Banken ist, wurde jedoch nicht bekannt gegeben.
Auf die Volks- und Raiffeisenbanken entfallen noch einmal vier Millionen gestörten EC-Karten von 27 Millionen ausgegebenen girocards (zu diesen siehe http://www.kostenlose-kreditkarten.de/lexikon/girocard.html), jedoch sind von diesen Banken keine Kreditkarten betroffen.
Die betroffenen Plastikkarten sollen allesamt vom französischen Kartenhersteller Gemalto kommen. Die Karten des französischen Herstellers Oberthur Technologies funktionieren, ebenso die Karten der deutschen Plastikkartenhersteller Sagem Orga und Giesecke-Devrient. Es ist auch nicht auf der Karte erkennbar, von welchem Hersteller die Karte kommt, der Fehler wird erst bei der Nutzung der EC-Karte oder Kreditkarte, die eben nicht funktioniert, entdeckt.
Tipps mit Tesa-Streifen, die inzwischen die Runde machten, sollten jedoch nicht angewendet werden. Sollte ein solcher Streifen einen Geldautomaten oder einen Händlerterminal beschädigen, müsste der Kunde wohl aller Voraussicht nach selbst für den entstandenen Schaden aufkommen – und das könnte dann teuer werden (siehe dazu auch den Ratgeber zur Manipulation an Geldautomaten hier).
Es bleibt also nur eine Möglichkeit: Bargeld am Bankschalter auszahlen lassen, Quittung dafür aufheben und später die verlangten Gebühren bei der Bank geltend machen. Und abwarten, bis die ganzen Karten wieder funktionieren. Es ist übrigens bislang nicht bekannt, ob es nicht sogar zu einem Austausch der betroffenen Kreditkarten und EC-Karten kommen wird bzw. muss.

