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Kredite

Dispokredite laut Kreditwirtschaft nur kurzfristige Kredite

16. September 2010 –

Die Welle der Empörung zog sich durch ganz Deutschland, als vor zwei Tagen die Ergebnisse einer Erhebung der zur Stiftung Warentest gehörenden Zeitschrift “Finanztest” bekannt gegeben wurden. Dabei ging es um die Überziehungszinsen beim Girokonto, die so genannten Dispo-Zinsen. Vor allem eines wurde bei der Erhebung zu den Dispo-Krediten deutlich: Das viele Banken und Sparkassen die niedrigen Zinsen, die sie selbst bei der Aufnahme eines Kredites erhalten, nicht an ihre Kunden weitergeben, wie es ursprünglich von der EZB angedacht war bei der massiven Senkung des Leitzinses.

giro Loyal BannerAm 7. Mai des vergangenen Jahres hatte die Europäische Zentralbank den Leitzins auf ein historisches Tief gesenkt. Seitdem steht der für Kredite und Geldanlagen wie Tagesgeld und Festgeld relevante Zinssatz auf 1,00 Prozent und bewegt sich nicht mehr von der Stelle.

Bei den Kunden hingegen ist nicht viel angekommen von dem niedrigen Zinsniveau, zumindest nicht in positiver Hinsicht. Während die Zinsen für Festgeldanlagen und Tagesgeldkonten mehr und mehr sanken und mittlerweile bei so einigen Angeboten sogar unterhalb der Inflationsrate liegen, wurde nicht an der Zinsschraube bei den Krediten gedreht.

Die Zinsen für Kredite sanken kaum, und die Leitzinssenkung verpuffte damit weiter sinnlos – und tut nur den Anlegern weh, die Banken und Sparkassen hingegen verdienen weiter fleißig an hohen Zinsen gerade im Bereich der Überziehungskredite.

An gerade diesen Krediten verdienen die Banken aber kräftig, auch wenn der Zentrale Kreditausschuss sie heute gerne als nur kurzfristig nutzbare Angebote darstellen möchte. Die Deutsche Kreditwirtschaft tut nun wieder so, als wäre sie nicht diejenige, die den Kunden nur allzu gerne tief in die Tasche greift.

Zudem ist es dann doch verwunderlich, wieso der ZKA in seiner Stellungnahme schreibt: „Aufgrund der Flexibilität sind Dispozinsen grundsätzlich höher als bei anderen Privatkrediten. Denn allein die Bereitstellung erfordert Eigenkapital, und zwar unabhängig davon, ob der Kredit in Anspruch genommen wird oder nicht.

Außerdem schlägt das erhöhte Ausfallrisiko dieses unbesicherten Kredits zu Buche.“ – es jedoch so extreme Zinsunterschiede gibt zwischen dem günstigsten Dispo-Kredit mit derzeit 6,00 Prozent und den teuersten Überziehungskrediten mit 16,99 Prozent bzw. 16,98 Prozent, was auch der Dispokredit-Vergleich des Portals kostenloses-konto.net zeigt.

Irgendwie wird man hier das Gefühl nicht mehr los, das Pferd hinkt wieder mal auf einem Bein. Die Banken und Sparkassen haben etwas gelernt aus der Krise? Das ist die Frage, die sich wieder einmal stellt. Die Antwort darauf möchten wir jedoch Ihnen überlassen, als Bankkunden und Betroffene dieser Art von Zinspolitik.

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