Logo


Devisen

Entwicklung des Euros in den letzten 14 Tagen

19. Mai 2010 – admin

Die letzten 14 Tage dürfte so ziemlich die bisher schwärzesten Tage für die europäische Gemeinschaftswährung seit ihrem Bestehen gewesen sein, denn der Kurs gab insgesamt um ca. 7% nach, was fast schon einer Art Erdrutsch gleicht. Dabei stellt sich natürlich die Frage, was den Euro so hart hat abstürzen lassen, dass nun selbst bei den Politikern der EU Panik ausbricht. Der Hauptgrund dafür liegt natürlich in der Griechenlandkrise, die die Märkte nach wie vor beunruhigt, letztlich allerdings nur als Symptom der Krise des Euro anzusehen ist. Nachfolgend werden kurz die vermutlichen Gründe für die Krise aufgezeigt, so dass sich der interessierte Leser ein Bild machen kann.

Die schlechte Ausgabendisziplin einiger Euro-Staaten unterminiert das Vertrauen in den Euro

Einer der schlimmsten Fehler ist das zum Teil ungezügelte Verhalten einiger Euro-Staaten in Bezug auf ihren Staatshaushalt, denn während der Stabilitätspakt innerhalb der Euro-Zone eine maximale Neuverschuldung von 3% des Bruttoinlandsproduktes vorschreibt, hat es Griechenland nahezu ungestraft auf über 10% gebracht. Auch wenn durch die Krise zusätzliche Ausgaben nötig wurden, ist eine derart hohe Neuverschuldung nicht allein auf Sondereffekte zurückzuführen, sondern zeigt strukturelle Probleme auf, die die Anleger mit Angst quittieren und sich letztlich lieber für eine andere Form der Geldanlage entscheiden.

Die neue EZB-Politik ist ein absoluter Vertrauenskiller

Ein weiteres Problem in Bezug auf den Euro ist die neue Politik der EZB, die künftig Staatsanleihen von überschuldeten Euro-Staaten kaufen will und damit diesen Ländern Kredite gibt, die mit Zentralbankgeld bezahlt werden. Da die EZB jedoch unendlich Geld produzieren kann, wird mit solchen Maßnahmen der Wert des Euro gemindert, was letztlich ebenfalls zu schwindendem Vertrauen in diese Währung führt. Wer heute eine Geldanlage tätigen möchte, hat vielleicht Angst, dass sein Kapital durch baldige Inflation an Wert verliert und setzt daher nicht mehr auf diese Währung, was natürlich zu Problemen führen kann.

Die EU-Kommission bastelt an weiteren vertrauensbildenden Maßnahmen

Nach dem Rettungsschirm für strauchelnde EU-Staaten in Höhe von 750 Milliarden Euro planen die Politiker in Brüssel weitere Maßnahmen, die den Euro wieder stabilisieren sollen. Dazu gehört beispielsweise eine verbesserte Haushaltsdisziplin, die dadurch gefestigt werden soll, dass die Euro-Staaten ihre Haushaltsplanungen vor der Aufstellung des Staatshaushalts der EU-Kommission vorlegen müssen. Darüber hinaus wird beraten, Defizitsünder künftig härter zu bestrafen, um eine solche Haushaltspolitik zukünftig zu verhindern. Ein weiterer Punkt auf der Agenda scheint die Eindämmung von Spekulanten-Tätigkeiten auf den Märkten zu sein, wobei eine Einigung bisher noch nicht in Sicht ist.

Hinterlasse eine Antwort




Copyright © 2009 – finanznachrichten.info – Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung untersagt.

Sitemap  –  Kontakt  –  Impressum

CC