Die EU-Kommission hat einen Bericht zum Thema Leerverkäufe gewollt – und hat ihn nun vom Internationalen Währungsfonds auch bekommen. Dieser wird gerade der Bundesregierung im Magen liegen, denn das Leerverkaufsverbot, das im Mai im Alleingang eingeführt wurde, scheint tatsächlich sinnlos zu sein.
Und so lehnt der IWF deshalb auch ein Leerverkaufsverbot für ganz Europa ab, da neue Finanzprodukte dann ein solches Verbot umgehen könnten, indem sie ganz gezielt ausgerichtet werden auf das Verbot von Leerverkäufen.
Deutschland hatte viel Kritik einstecken müssen für den Alleingang. Für ganz Europa war das Leerverkaufsverbot gefordert worden, gekommen war es dann doch nur bei uns. Bis kommen März, genauer gesagt, bis zum 31. März 2011, 24:00 Uhr, soll das Verbot von Leerverkäufen gelten. Ob es dann verlängert wird, erscheint angesichts des Gegenwindes in der Europäischen Union und durch den Internationalen Währungsfonds mehr als fraglich.
Die Börsenwetten werden dennoch munter weitergehen, auch wenn Leerverkäufe verboten wurden. Mit geänderten Finanzprodukten wird dies immer möglich sein, einen legaleren Weg zu finden, solche Wetten zu platzieren, dies ist auch dem IWF klar. Sollte das Verbot in Deutschland weiter gelten, werden diese Art Papiere an Deutschland vorbei verkauft und entsprechend anderswo gehandelt. Dies war übrigens einer der Hauptkritikpunkte am Leerverkaufsverbot, bevor dieses dann doch im deutschen Alleingang beschlossen wurde.
Spekulationen an der Börse, egal ob in Deutschland, europaweit oder weltweit, werden sich nie ganz verbieten lassen können. Dafür wird es immer zu viele Nischen geben, in denen neue Finanzprodukte entstehen können, die dann wiederum so lange funktionieren, bis auch sie untersagt werden.
Für den privaten Anleger ist der Überblick jedoch immer am schwierigsten. Wer sein Geld sicher anlegen möchte, dem sei Festgeld und Tagesgeld empfohlen, bei Risikoanlagen sollte vor der Anlage genau geprüft werden, wie weit das Risiko geht. Und wer sich ganz unsicher ist, der sollte einen unabhängigen Finanzberater hinziehen – am besten auf Honorarbasis. Das heißt: Provision erhält dieser Berater nur im Falle des Erfolgs, bei Verlusten geht er leer aus. Ein Beratermodell übrigens, das Schule machen könnte in Deutschland. Und vielleicht eines Tages auch von den Banken übernommen wird, wenn dies wohl auch noch Jahre dauern könnte, bis auch die Kreditinstitute die Notwendigkeit von Honorarberatung erkennen.

