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Geldanlage

Sparer achten bei Tagesgeld und Festgeld fast nur auf Zinsen, nicht auf Sicherheit

08. September 2010 – admin

Es ist ein interessanter Artikel, den die Tageszeitung „Handelsblatt“ heute unters Volk streut. Des Sparers Volk schaut wieder nur auf die Höhe der Zinsen und beachtet dabei nicht die wichtigste aller Regeln überhaupt, wenn es um Geldanlagen wie Festgeld und Tagesgeld geht: Die Höhe der Einlagensicherung.

Mit dem Titel “Die Gier der Kunden ist zurück” beschreibt die Tageszeitung genau das, was schon geraume Weile in unserem Lande zu beobachten ist: Dass die Sparer aus alten Fehlern nicht lernen – und immer wieder aufs Neue auf verlockende Zinsangebote hereinfallen. Denn die überdurchschnittliche Höhe der Zinsen mancher Banken scheint nur eines zu bewirken: Dass Euro-Zeichen in den Augen der Anlegern auftauche, und eine vermeintlich hohe Rendite schon in der eigenen Tasche gewähnt wird.

Festgeld Banner 300x250Während die Pleiten von Kaupthing Edge und jüngst der noa bank viele ratlose Anleger zurück ließ und viele ihre Gelder bis jetzt noch nicht zurückerhalten haben, scheint der Lerneffekt dennoch nicht zu wirken. Es wird freudig weiter nach hoch verzinsten Tagesgeldanlagen und Festgelder, ohne Rücksicht auf Verluste und ohne realistischen Blick auf die Absicherung der Ersparnisse.

Bis zu 4,10 Prozent gewährt die BIGBANK auf das angelegte Festgeld mit einer Laufzeit von fünf Jahren. Ein schöner Zinssatz angesichts der sonst eher mauen Zinsen bei Festgeldanlagen. Noch höher liegt der Zinssatz beim gleichen Zeitraum bei Zinszahlung erst bei Fälligkeit der Anlage und nicht mit der gewohnten jährlichen Zinszahlung (siehe dazu auch den Zinsspiegel auf http://www.tagesgeldvergleich.net/tagesgeldvergleich/bigbank-festgeld.html).

Die bei der BIGBANK angelegten Festgelder sind jedoch nur bis zur Höhe von 50.000 Euro abgesichert, über den “Tagatisfond”, den gesetzlichen Einlagensicherungsfonds von Estland. Mehr Absicherung gibt es für die Gelder nicht. Wer also mehr als 50.000 Euro anlegt, der hat bei einer Bankenpleite Pech und verliert den Rest des angelegten Geldes, wenn er nicht aus der verbleibenden Insolvenzmasse bedient werden kann.

Welches EU-Land die Einlagen seiner Kunden in welcher Höhe absichert, zeigt die Tabelle auf http://www.tagesgeld.info/ratgeber/einlagensicherung/ in aller Deutlichkeit.

Doch gerade das Beispiel der noa bank hätte die Sparer aufrütteln sollen. Da wurde mit hohen Zinsen für Tagesgeld und Festgeld geworben, letztlich hat die BaFin, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, die noa bank dann dichtgemacht und mittlerweile auch den Entschädigungsfall festgestellt. Die Anleger werden bis zur Höhe von 50.000 Euro aus der Gesetzlichen Einlagensicherung unseres Landes bedient. Mehr Geld gibt es höchstens vom Insolvenzverwalter. Wie viel jedoch tatsächlich noch bei der noa bank zu holen ist, wird sich wohl erst im Laufe der Abwicklung der Bankenpleite der noa zeigen.

Was Kindern immer sagt wird, dass es wichtig ist, aus Erfahrung klug zu werden, sollten erwachsene Sparer vielleicht irgendwann auch einmal beherzigen. Und bei der Geldanlage nicht nur auf die Höhe der Zinsen achten, sondern tatsächlich auch auf die Höhe der Einlagensicherung zu achten. Das verhindert erst die Katerstimmung nach dem Verlust des Geldes, und zudem einen geleerten Geldbeutel.

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