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Vorsorge

Kommt das Ende der Riester Rente?

14. September 2012 –

Hartz IV und die Riester Rente bleiben auch Jahre nach ihrer Einführung immer noch die Reizthemen in Deutschland. Nun wird die Kritik an der staatlich geförderten Altersvorsorge noch lauter: laut einer neuen Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) war die Einführung der Riester Rente gar eine Fehlentscheidung. Laut der aktuellen Studie sei die Riester Rente als kapitalgedeckte Rente "keinesfalls geeignet, den Menschen ein sicheres Auskommen im Alter in Ergänzung zur gesetzlichen Rente zu garantieren. Bleiben die Reformen unverändert in Kraft, werden erhebliche Teile der Erwerbsbevölkerung in Altersarmut gleiten".

Die Riester Rente, einst angedacht als Mittel gegen die Altersarmut, verliert somit ihren Zweck. Vor allem jüngeren Arbeitnehmern drohen empfindliche Rentenlücken, diese könnten laut IMK jedoch nicht mit einer "kapitalgedeckten Zusatzvorsorge" ausgeglichen werden. So das Ergebnis der Studie zur Riester Rente, welche zahlreiche Fragen aufwirft. Das Ende der Riester Rente könnte damit eingeläutet werden. Die Forscher Dr. Rudolf Zwiener und Dr. Katja Rietzler vom IMK und die Berliner Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Heike Joebges und Dr. Volker Meinhardt empfehlen deshalb, die Förderung für die Riester Rente auslaufen zu lassen und eine Entfernung des Riester-Faktors aus der Rentenformel vorzunehmen. Zudem solle „das Niveau der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) mittelfristig an den – deutlich höheren – Durchschnitt der OECD-Länder“ angepasst werden, wie die Hans-Böckler-Stiftung in ihrer Presseerklärung zur Veröffentlichung der Studie schreibt.

Die Riester Rente ist nicht erst seit heute in der Kritik. Bereits vor der Einführung der Privaten Altersvorsorge gab es mannigfaltige Gegenstimmen, und der Strom der kritischen Stimmen riss auch in den ganzen Jahren nicht ab. Und  auch Prof. Dr. Gustav A. Horn, der Wissenschaftliche Direktor des IMK,  hat klare Worte zur Riester Rente: "Hohe Kosten, magere Renditen (siehe dazu auch diverse Riester-Rechner) und erhebliche Risiken bei der Kapitaldeckung gehen zu Lasten von Millionen Menschen, die darauf hoffen, das im Zuge der Reformen deutlich abgesenkte Niveau der gesetzlichen Rente durch Vorsorgesparen ausgleichen zu können. Doch nach allem, was wir heute absehen können, wird das nur relativ wenigen gelingen. Noch schlechter wird es für all jene aussehen, die sich eine zusätzliche Absicherung gar nicht leisten können."

Die Veröffentlichung der Studie kommt für die Bundesregierung in einer denkbar ungünstigen Zeit. Es wird um die Entscheidung zur Zuschussrente gekämpft, die Altersarmut ist im Visier, eine wirkliche Lösung konnte jedoch noch nicht gefunden werden. Die Zeit drängt ab, in einem Jahr wird in Deutschland wieder bundesweit gewählt werden. Und die Angst vor der Armut ist wieder zu einem der wichtigsten Themen hierzulande geworden.

Angesichts der Probleme mit der Riester Rente bekommt die mögliche Einführung einer Pflicht-Altersvorsorge für Selbständige einen neuen, bitteren Beigeschmack. Sie dürfte dann genau unrentabel werden wie die Riester Rente, geht man vom vorliegenden Studienergebnis aus.

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