So mancher Skandal in dieser Welt lässt bestimmte Behörden als völlig unfähig erscheinen und stellt damit auch den Sinn ihrer Tätigkeit in Frage. Bei der SEC, der Finanzaufsicht der USA, einem der wichtigsten Organe der globalen Finanzwelt, stellt sich nun die Frage: Wurde dort wirklich gearbeitet in den vergangenen Jahren, weggeschaut, oder einfach nur das Falsche geschaut?
Die SEC musste sich bereits vor einiger Zeit den Vorwurf gefallen lassen, im Fall Bernard L. Madoff nicht wirklich hingesehen zu haben, als Hinweise auf das Betrugssystem des ehemaligen Nasdaq-Chefs im Hause der Finanzaufsicht eingingen – und dies Jahre, bevor das Schneeballsystem Madoffs aufflog.
Heute kam dann die nächste Nachricht, aus einem Untersuchungsbericht, den der US-Senator Charles Grassley angefordert hat. Dort zeigt sich, was wirklich in der wohl wichtigsten Finanzaufsicht der Welt angesehen wird: Statt Aktendurchsicht gibt es Pornos, und dies in rauen Mengen.
Hochrangige Angestellte des SEC hatten, dem Bericht zufolge, mehr die Ansicht von Pornos genossen während ihrer Arbeitszeit, als in Akten zu blicken. Während der Hochphase der Finanzkrise wurde dies besonders schlimm und stieg sprunghaft an.
Die SEC zeigt sich damit erneut von ihrer schlechten Seite. Ob die personelle Änderung an der Spitze der US-Finanzaufsicht etwas geändert hat, wird sich erst im Laufe der Zeit zeigen. Nicht bekannt ist, wie die US-Regierung auf den Untersuchungsbericht reagiert hat. Vielleicht werden nun die alten Zöpfe endgültig abgeschnitten werden müssen, um wirklich dem nachgehen zu können, was die SEC wirklich tun soll: Die Finanzmärkte beaufsichtigen…

