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Kapitalmarkt

Schuldenkrise in der Euro-Zone: Das Abwarten der Europäischen Zentralbank

07. Juni 2012 –

Die europäische Schuldenkrise verunsichert erneut Bürger und Anleger in Deutschland. Nach Griechenland ist Spanien das große Thema, die Angst vor dem Verlust des eigenen Geldes geht um. Und mittendrin steht die Europäische Zentralbank, die wieder in die Haltung des Abwartens zurückgekehrt ist. Dies erinnert sehr an die Zeit, in der die Finanzkrise ausbrach. Vor ein paar Jahren war ein anderer an der Spitze der EZB, doch die gleiche Haltung wurde damals an den Tag gelegt. Damals wurde der Leitzins munter weiter erhöht, obwohl die Zeichen auf Krise standen und ein Rückrudern bei diesem wichtigen Leitzins ein deutliches Signal gewesen wäre. Dann wurde die Marschrichtung plötzlich geändert und binnen Monaten sank der Leitzins dann rapide von 4,25 Prozent auf nur noch 1,00 Prozent. Damit war ein historisches Tief erreicht, das den Sparern den Atem fast raubte, dafür die Kreditnehmer durch irgendwann dann doch noch sinkende Kreditzinsen glücklich machte (wie niedrige selbige derzeit sind, zeigt der Vergleich auf http://www.vergleich.info/finanzierung/kredit/).

Nach dem Erreichen des historischen Tiefs kam dann wieder das Abwarten. Viele Monate lang blieb der Leitzins auf diesem Tief, was die Kreditnehmer freute, machte den Sparern dank nur noch weniger guter Sparangebote gar keinen Spaß. Dann stieg der Leitzins in zwei Schritten auf 1,50 Prozent, und der oftmals viel zu sehr abwartende EZB-Präsident Jean-Claude Trichet wurde abgelöst. Mit Spannung wurde erwartet, was der neue Chef der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, denn nun machen würde. Würde er den Leitzins belassen oder gar weiter erhöhen, im Kampf gegen die aufkeimende Inflation in der Euro-Zone? Nichts davon geschah. In zwei Schritten senkte der Italiener den Leitzins und sorgte damit für einen freien Fall der Zinsen für Spareinlagen wie Tagesgeld und Festgeld. Die zweigeteilte Leitzinssenkung kam auch für Experten überraschend, danach verschwand der Rat der EZB "in der Versenkung".

Gestern fand die monatliche Ratssitzung der Europäischen Zentralbank statt. Im Kampf um die einzig durch das Wachstum Deutschland gebremste Rezession in der Währungsunion war eine Leitzinssenkung erwartet worden. Unklar war nur, wie weit der Leitzins sinken würde (Zinsentwicklung in der Vergangenheit siehe hier). Doch nichts geschah. Die EZB wartet weiter ab, und wird damit möglicherweise in der gleichen abwartenden Haltung wie in den Anfangstagen der Finanzkrise. Was damals jedoch der Euro-Zone geschadet hat, wird auch 2012 der Euro-Zone wieder schaden. Und niemand profitiert von dem Abwarten, es schadet nur den Sparern, die bereits jetzt mit immer niedrigeren Zinsen leben müssen, weil die Banken von weiteren Leitzinssenkungen ausgegangen waren in diesem und in kommenden Monaten.

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