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Banken / Kapitalmarkt / Wirtschaft

Die Angst der Sparer vor der Enteignung

19. März 2013 –

Wir schreiben das Jahr 2013, die EU-weite Einlagensicherung beträgt 100.000 Euro je Kunde – und dann kam Zypern. Auf einmal sieht die Sache mit der Einlagensicherung doch ganz anders aus?

Die Angst geht um in der Eurozone, die Angst der Sparer vor der Enteignung. Seit der Zwangsabgabe in Zypern, bei der auf Anlagen unter 100.000 Euro einfach mal eben so 6,5 Prozent an Bankenabgabe abfallen sollen, ist nichts mehr, wie es war in der Währungsunion. Über 100.000 Euro werden sogar stolze 9,9 Prozent an Abgabe fällig, um die strauchelnden zypriotischen Banken zu retten.

Die Eurogruppen-Finanzminister, die den Beschluss verbraten haben, sagen: Zypern ist ein Einzelfall. Doch ist es wirklich so einfach. Eine bislang gesetzlich geregelte Sicherung der Einlagen wurde mit der Zwangsabgabe ausgehebelt. Die Erklärung, die Einlagensicherung würde nur dann gelten, wenn eine Bank Pleite gehen würde, klingt da wie ein müder Scherz.

Heute Zypern, morgen Spanien und übermorgen Frankreich und Italien? Das ist die Frage, die sich viele Sparer voller Angst stellen, die ihr Geld über die deutschen Grenzen hinaus anlegen. Bislang war das Geld bis zur Höhe der gesetzlichen und EU-weit geregelten Einlagensicherung sicher, der gestrige Tag hat dies verändert.

Da nützt es auch wenig, dass Regierungssprecher Steffen Seibert betont hat, die Garantie der Spareinlagen, die Bundeskanzlerin 2008 ausgegeben und 2011 dann nochmals bekräftigt hat, gelte nach wie vor. Dies mag für Deutschland gelten, aber für Sparer wird es immer wichtiger, darüber nachzudenken, wo sie ihr Geld in der Euro-Zone anlegen wollen. Gleich mehrere Staaten neben Griechenland und Zypern taumeln derzeit unter den Problemen der europäischen Schuldenkrise. Italien, Portugal, Spanien und inzwischen auch Frankreich stehen mehr oder minder mit dem Rücken zur Wand. Von ihrer Zukunft hängt es ab, ob der Euro, wie es ihn heute gibt, weiter Bestand haben wird. Von ihnen hängt es aber auch ab, ob nach Zypern weitere Länder folgen werden, in denen eine Zwangsabgabe auf Bankeinlagen erhoben werden wird.

Auch heute sollen die Banken in Zypern geschlossen bleiben. Wann sie wieder öffnen werden, ist momentan unklar. Die Angst geht um, heute in Zypern, morgen in einem anderen Land der Euro-Zone. Und übermorgen müssen vielleicht doch deutsche Sparer auch in Deutschland um ihre Gelder fürchten? Wir hoffen es nicht!

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