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Banken / Kapitalmarkt

Bundesanleihen im Februar 2014 weniger gefragt

21. Februar 2014 –

Sind die Zeiten vorbei, in denen Bundesanleihen boomten und Investoren sogar Negativzinsen in Kauf nahmen, nur um an die Anleihen zu gelangen? Es sieht sehr danach aus, das Interesse an deutschen Staatsanleihen lässt nach, wie die letzte Emission zeigt: die Anlagewünsche der Interessenten waren weniger als das Volumen, das ausgegeben werden sollte.

Statt 5,0 Milliarden Euro an Bundesanleihen loswerden zu können, lagen die Gebote für die Staatsanleihen nur bei 4,3 Milliarden Euro. Damit fand der deutsche Staat erstmals seit September des Jahres 2012 nicht mehr genug Bieter für seine auszugebenden Papiere.

Trägt die GroKo die Schuld an der Misere?

In den meisten Emissionen der letzten Jahren wurden mehr Gebote abgegeben, als es Bundesanleihen gab. Doch irgendwie ist nun der Wurm drin. Die deutschen Staatsanleihen sind nicht mehr so beliebt, wie sie es in der meisten Zeit der Finanzkrise wie auch der Euro-Schuldenkrise waren. Nun aber kommt die Sache ins Wanken – und eine Differenz von 700 Millionen Euro ist nicht gerade ein kleiner Wert, den man einfach so unter den Tisch fallen lassen könnte.

Doch wer trägt die Schuld an der Misere? Ist es wirklich die GroKo, die Regierungskoalition, die derzeit von einem Fettnäpfchen ins nächste tritt und für nichts wirkliche Lösungen parat hat? Es scheint so zu sein, Investoren meiden die deutschen Staatsanleihen zum Teil und reißen sie der Bundesrepublik nicht mehr aus den Händen, wie es in den letzten Jahren meist der Fall gewesen war.

Unsicherheiten vergraulen Investoren

Wie sieht die Zukunft von Deutschland aus? Werden die Rentenpläne der Großen Koalition den deutschen Staat finanziell beschädigen und damit zugleich auch dessen finanzielle Zukunft beeinträchtigen. Und die wichtigste Frage dürfte dabei derzeit wohl eine sein: wird die GroKo den Fall um Sebastian Edathy wirklich verkraften können oder werden die ganzen Geschehnisse, auch um einen möglichen Geheimnisverrat, die Bundesregierung von innen her aushöhlen und damit kein wirkliches Weiterregieren mehr möglich machen?

All dies sind Unsicherheiten, die Investoren natürlich bedenken, bevor sie eine Anlage tätigen. Dass nun weniger auf Bundesanleihen geboten wurde, als ausgegeben werden sollten, ist deshalb auch als ein wichtiger Warnschuss zu verstehen Denn: das Klima in Sachen Staatsanleihen ist alles andere als schlecht. Die Papiere von Portugal und Spanien finden reißenden Absatz und sogar Griechenland denkt bei dem derzeit boomenden Markt über eine Neuausgabe von Anleihen nach. Denn das Klima ist gut, die Investoren anlagefreudig. Nur eines wollen viele von ihnen eben nicht haben: deutsche Staatsanleihen.

Wer will schon Unsicherheiten zu niedrigen Zinsen?

Ja, es war so schön für den deutschen Staat: Bundesanleihen mit niedrigen Zinsen unter das Volk zu bringen und jedermann reißt sie ihnen aus den Hand. Nur weil ja gut ist, wo deutsch drauf steht und nur weil ja sicher ist, wo deutsch draufsteht. Doch die Zeiten haben sich geändert und deutsche Staatsanleihen werden nicht zu jedem Preis gekauft.

Und genau in dieser Lage soll es dann auch noch niedrigere Zinsen für die Bundesanleihen geben. Statt wie 1,77 Prozent will Deutschland nur noch 1,64 Prozent bezahlen, immerhin 13 Basispunkte niedriger als bei der Auktion davor. Und dies ist, auch gerade angesichts der aktuellen Unsicherheiten und der völlig desaströsen und undurchdachten Rentenreform, vielen Investoren wohl deutlich zu wenig.

Abschied von Privatanlegern zeigt nun negative Wirkung

Einstmals konnte auch private Anleger in Bundesanleihen investieren. Davon hat sich die Finanzagentur vor einiger Zeit verabschiedet. Nur noch Investoren können jetzt an den Auktionen teilnehmen, Privatanleger stehen damit außen vor und können nicht mehr direkt mitbieten. Dies war eine ganze Zeitlang kein Problem, die deutschen Staatsanleihen gingen ja weg wie warme Semmeln. Aber diese glorreichen Zeiten sind vorbei – und genau jetzt zeigt sich, dass dies ein Fehler war.

Nun wird man nachdenken müssen, über höhere Zinsen für Bundesanleihen bei künftigen Emissionen wie auch über die Tatsache, dass Investoren die Lage in Deutschland durchaus kritisch betrachten. Die Staatsanleihen sind kein Selbstläufer mehr, die Probleme der GroKo mit Entscheidungen in Sachen Rentenpläne und auch in vielen anderen Punkten bleiben auch im Ausland alles andere als unbemerkt. Die Zukunft der Regierungskoalition wird damit zugleich auch die Zukunft der Ausgabe der deutschen Staatsanleihen mitbestimmen, dies dürfte nun wohl gewiss sein.

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