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Kapitalmarkt

Euro-Zone in 2014 mit 1,2 Prozent Wachstum?

26. Februar 2014 –

Hat die Euro-Zone wirklich das Schlimmste hinter sich?  Immerhin Olli Rehn, der Wirtschafts- und Währungskommissar der Europäischen Union und die EU-Kommission glauben daran. Und haben bei der Vorstellung der Winterprognose für die Euro-Zone gleich mal richtig hoch gestapelt. 1,2 Prozent Wachstum soll es in den Ländern der Währungsunion in 2014 geben, im kommenden Jahr sogar 1,8 Prozent.

EU-Kommission rechnet mit Wachstum und sinkender Neuverschuldung

Nach zwei Jahren der Rezession rechnet die Kommission unter Rehn wieder mit einem Wachstum für die Währungsunion. Dabei soll zugleich auch die Neuverschuldung sinken, was die Prognose natürlich zusätzlich positiv macht. Doch immer noch ist es die hohe Arbeitslosigkeit in den Krisenländern der Euro-Zone, die den Ausblick eintrübt, dazu kommen die hohen Defizite wie unter anderem in Frankreich. Und: noch ist die Deflationsgefahr nicht völlig gebannt.

Deutschland ist wieder einmal der Wachstumsmotor

Während die beiden anderen großen Wirtschaftsnationen der Euro-Zone, Frankreich und Italien schwächeln, ist Deutschland weiter der Wachstumsmotor der Währungsunion. Für 2014 erwartet die EU-Kommission für unser Land ein überdurchschnittliches Wachstum. Und: bereits im vergangenen Jahr hatte Deutschland als einziges Land der Euro-Zone einen Überschuss des Budgets erwirtschaftet.

  • Wachsen soll Deutschlands Wirtschaft in 2014 den Prognosen nach um 1,8 Prozent. In 2015 gar um 2,0 Prozent.
  • Etwas langsamer voran geht es indes bei Frankreich, der Nummer 2 der Länder der Euro-Zone. Hier liegt das prognostizierte Wachstum für dieses und das kommende Jahr auf 1,0 Prozent bzw. 1,7 Prozent und damit in beiden Jahren unter der Gesamtprognose für die Währungsunion.
  • Und auch für Italien liegt die Wachstumsprognose mit 0,6 Prozent für 2014 und 1,2 Prozent für 2015 unter der Prognose für die Staaten der Euro-Zone insgesamt.

Laut Aussage von Olli Rehn fasst die Konjunktur in Europa nun Tritt. Mit der neuen Winterprognose hob die EU-Kommission auch ihre Vorhersage vom Herbst des vergangenen Jahres leicht an. Dennoch kommt es auf die Reformen der Wirtschaft an, dies machte Rehn auch deutlich. Geraten diese in Stocken, drohe ein neuer Verlust des Vertrauens an den Finanzmärkten, was wiederum die größte Bedrohung für den von der Kommission erwarteten Aufschwung darstellen würde. Der Wirtschafts- und Währungskommissar der EU forderte die Länder der Euro-Zone deshalb auf, die aufgenommenen Reformen weiter fortzusetzen.

Wachstum in 16 Ländern der Euro-Zone prognostiziert

Für 16 Staaten der Euro-Zone prognostiziert die EU-Kommission ein Wachstum für dieses Jahr. Darunter auch Griechenland, für das nach sechs Jahren Abschwung erstmals wieder ein Aufschwung der Konjunktur erwartet wird. Lediglich Zypern und Slowenien stehen dabei außen vor, die anderen Krisenländer der Währungsunion haben indes laut Rehn ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessert. Dies schiebe natürlich die Exporte an wie auch die Binnennachfrage.

Dennoch bleibt das beherrschende Thema die hohe Arbeitslosigkeit in vielen Staaten der Euro-Zone. Zwar soll die Arbeitslosenquote auf 2015 auf nur noch 11,7 Prozent sinken, nachdem im vergangenen Jahr mit 12,1 Prozent sogar ein Rekordhoch erreicht wurde. Dennoch dürfte die Erwerbslosenquote in Griechenland und Spanien immer noch mehr als doppelt so hoch bleiben, wie die EU-Kommission prognostiziert.

Abbau der Neuverschuldung mit Fortschritten

Der Abbau der Neuverschuldung in der Euro-Zone kommt voran. Für das laufende Jahr prognostiziert die Kommission hier nur noch 2,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Damit würde seit Jahren erstmals wieder die Drei-Prozent-Marke unterschritten werden. Dennoch gibt es immer noch einige Krisenstaaten in der Währungsunion, die mit dieser erlaubten Marke zu kämpfen haben und diese dabei sogar deutlich überschreiten. In Spanien soll das Defizit in 2015 auf noch 6,5 Prozent liegen, in Irland immerhin noch bei 4,3 Prozent und in Frankreich auf 3,8 Prozent. Deutschland indes ist hier außen vor, und schaffte im vergangenen Jahr bereits das zweite Mal in Folge einen (sehr minimalen) Überschuss des Staatshaushalts.

EU-Kommission rechnet nicht mit Deflation

Viele Experten sehen eine Deflation in der Euro-Zone kommen. Damit rechnet die EU-Kommission jedoch unter Olli Rehn jedoch nicht. Zwar werde die Inflationsrate insgesamt sehr niedrig bleiben und soll in 2014 gar auf nur noch 1,0 Prozent fallen. Dennoch sei aufgrund der Erholung der Wirtschaft in den Krisenländern der Euro-Zone die Gefahr einer Deflation sehr gering.

Vorerst ist damit wohl Aufatmen angesagt. Doch ob die Prognosen wirklich haltbar sein werden, wird sich erst im Verlauf dieses und im kommenden Jahr zeigen. Während ein Teil der Experten davon ausgeht, dass die Eurokrise gestemmt und die Talsohle damit bereits überschritten wurde, glauben andere gar daran, dass das Tal noch gar nicht ganz erreicht wurde und die Krise erst richtig beginnen wird.

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