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Flexstrom ist insolvent – Was bei Billiganbietern für Strom beachtet werden sollte

17. April 2013 –

Vor einigen Tagen kam sie, die Nachricht, auf die viele schon gewartet hatten: Flexstrom ist insolvent. Der Strom-Discounter hat damit die Tore geschlossen, nachdem er bereits zuvor lange zum Teil scharfer Kritik ausgesetzt war. Und Nein, der Grund für den Weg in die Insolvenz war dann laut eigener Aussage des Unternehmens nicht etwa die zu günstigen Tarife, sondern die vermeintlich schlechte Zahlungsmoral der eigenen Kunden.

Erst TelDaFax, dann Flexstrom – was uns die Geschichte lehrt, ist ganz deutlich: es gibt einiges zu beachten, wenn man Kunden bei einem Billiganbieter für Strom werden möchte. Denn wer lange vorauszahlt für seinen Strom, der hat im Insolvenzfall meist gar nichts mehr von seinen Vorauszahlungen, sondern muss den Strom, den er im Grundtarif dann vom städtischen oder regionalen Energieversorger erhält, gleich noch mal zahlen. So wurde nichts gespart, sondern im Gegenteil gleich doppelt gezahlt. Dazu kommen der Ärger und die aufgeriebenen Nerven, weil das Geld weg ist und es recht unwahrscheinlich ist, auch nur einen Cent von den Vorauszahlungen wieder zu sehen.

Keine Vorauszahlungen an den Stromanbieter leisten

Stromanbieter, die Vorkasse für mehrere Monate oder gar ein Jahr verlangen, sollten eher kritisch betrachtet werden. Sowohl Flexstrom als auch TelDaFax haben diese Masche gefahren, im Rahmen der Insolvenz haben so die Stromkunden das Nachsehen. Sie werden zwar ohne Unterbrechung weiter mit Strom beliefert von den regionalen Stromversorgern, aber werden von diesen dann nochmals zur Kasse gebeten. Auf Vorauszahlungen an den Stromanbieter sollte man deshalb möglichst verzichten und stattdessen die üblichen monatlichen Abschlagszahlungen leisten, die auch die städtischen Grundversorger verlangen. Einmal im Jahr erfolgt dann die Abrechnung und je nach Verbrauch muss entweder eine Nachzahlung geleistet werden, oder aber es erfolgt eine Gutschrift seitens des Stromversorgers. Diese kann dann entweder ausgezahlt oder aber mit den zukünftigen Zahlungen für den Strom verrechnet werden.

Kaution nur im Notfall leisten – und wenn dann an den regionalen Energieversorger

Neben Vorkasse-Zahlungen als Bedingungen für den Abschluss eines Stromvertrags pochen so manche Stromanbieter auch auf Kautionszahlungen. Diese sollten jedoch nur im Notfall geleistet werden, beispielsweise wenn man beim früheren Energieversorger mit Zahlungen in der Kreide steht und sich der neue Stromversorger versichert sein möchte, dass die Zahlungen auch wirklich erfolgen und es  nicht zu erneuten Zahlungsausfällen kommt. Hat ein Stromanbieter generell den Posten Kaution in den Vertragsbedingungen stehen und will er diese von allen Kunden, egal wie gut die Bonität ist, dann kann man getrost die Finger von diesem Stromvertrag lassen und sich lieber einen anderen Anbieter suchen. Dies riecht sonst, wie auch die hohen Vorauszahlungen für die Stromversorgung, sehr danach, als solle in kürzester Zeit möglichst viel Geld eingesammelt werden – und es riecht nach dem berühmten Schneeballprinzip, in dem die nachfolgenden Kunden für die Discounttarife der früheren Kunden aufkommen müssen. Werden dann keine neuen Stromverträge mehr abgeschlossen, bricht das ganze System dann früher oder später zusammen, weil das Unternehmen schlichtweg kein Geld mehr hat, um den Strom der jeweiligen Lieferanten zu bezahlen. Und dann ist der Weg zur Insolvenz je nachdem nicht mehr weit, wie die Geschehnisse rund um Flexstrom und TelDaFax gezeigt haben.

Finger weg von Bonuszahlungen beim Strom

Verbraucherschützer raten immer wieder davon ab, Stromverträge mit Bonuszahlungen zu unterschreiben. In vielen Fällen sehen die Stromkunden nichts von dem vor Vertragsabschluss versprochenen Bonus, und wenn, dann hat das dem Bonus Nachlaufen so viele Nerven gekostet, dass man lieber gleich im Voraus darauf verzichtet hätte. Immer wieder locken Stromanbieter mit Tarifen, bei denen es einen mitunter satten Bonus gibt. Doch dass dieser dann wirklich ausgezahlt wird, steht auf einem anderen Blatt.Deshalb ist nach wie vor eher anzuraten, die Finger wegzulassen von Bonuszahlungen beim Strom und einen ganz normalen Versorgervertrag ohne Kaution und ohne Vorauskasse zu unterschreiben. Wenn der Tarif dann auch noch günstig ist und es eine Preisgarantie von mindestens 12 Monaten gibt, kann man sich dann darüber freuen, tatsächlich gespart zu haben beim Wechsel des Stromanbieters.

2 Antworten zu “Flexstrom ist insolvent – Was bei Billiganbietern für Strom beachtet werden sollte”

  1. Doris Gärtner sagt:

    Also das ist ja alles schön und gut. Der Verbraucher wird aufgefordert, die Preise zu vergleichen und zu wechseln.
    Was macht man? Man besucht die Verbraucherportale Verivox oder Check24. Aber steht bei Verivox oder Check24 auch, welche Anbieter “seriös” sind? Oder nehmen die nur seriöse Anbieter in ihr Vergleichsportal auf? Natürlich nicht!!!
    Klar, man sucht sich einen Anbieter ohne Vorauszahlung aus, das hat man ja gelernt! Und möglichst umweltfreunlich soll der Strom auch sein, aber natürlich günstiger als der Anbieter vor der Haustür, denn es macht ja schon einen Unterschied, ob ich (wenn ich kein Großverdiener bin) 200 € im Jahr sparen kann.

    Und dann war man das erste Jahr eigentlich ganz zufrieden mit dem Wechsel. Aber dann verbraucht man weniger Strom als gedacht, erhält die Abrechnung erst ein halbes Jahr spärter und erhält seine Überzahlung nicht zurück. Also trotzdemreingefallen!

    Muss ich jetzt als Verbraucher doch wieder auf meinen Grundversorger zurückgreifen? Oder falle ich bei dem nächsten günstigeren Anbieter, wie Hit-Strom, wieder rein?

    Ich erwarte von den Zuständigen in Politik und Wirtschaft nicht nur die Aufforderung “dann wechsel mal schön”, sondern auch den Einbau von Schutzmechanismen in den Verbraucherportalen.

  2. admin sagt:

    Was soll das dann werden? Kontrolle privater Anbieter durch den Staat? Das greift in die hierzulande vielgeschätzte Unternehmensfreiheit ein. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, wieso dann nicht einfach die staatlich geförderte Stiftung Warentest für Ihre Vergleiche nutzen?




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