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Falscher Zinssatz bei Zinstest: Stiftung Warentest kämpft mit der eigenen Glaubwürdigkeit

22. August 2013 –

Eine Pressekonferenz zum Thema Dispozinsen, eine Pressemitteilung, große Worte mit viel Kritik. Und nur einen Tag später sah die Sache gestern plötzlich ganz anders aus. Plötzlich war es ein Tester, der den Dispozins mit dem Zinssatz für den Überziehungskredit verwechselt hat – nachgeprüft hat die früher einstmals so renommierte Stiftung Warentest die Aussagen ihrer Tester wohl nicht. Damit kämpft die Stiftung, die im vergangenen Jahr Zuwendungen in Höhe von 3,5 Millionen Euro vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erhalten hatte, erneut mit der der eigenen Glaubwürdigkeit.

Dies ist bereits das dritte Mal in diesem Jahr, dass sich die Stiftung Warentest mit Kritik auseinandersetzen muss. Erst gab es Kritik von mehreren Seiten für die Ergebnisse des Berufsunfähigkeitsversicherungs-Vergleichs. Zudem hatte die Stiftung immer wieder auch mit Kritik an der neuen Regelung der Siegel für die Testergebnisse sowohl der Stiftung Warentest selbst wie auch der dazugehörigen Zeitschrift „Finanztest“ zu kämpfen.

2013 könnte damit das Jahr sein, in dem sich die Stiftung Warentest neu positionieren muss auch hinsichtlich der Selbstbilds. Gleich drei herbe Kritikpunkte, dabei einer berechtigt wie der andere, in nur einem Jahr werden dafür sorgen müssen, dass sich die einstmals so renommierte Stiftung entweder neu aufstellt auch hinsichtlich ihrer eigenen Testkriterien, oder tief in sich geht, wie es in Zukunft weitergehen soll. Gerade durch die inzwischen von dem RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung in die Hand genommene teure Vermarktung der Testergebnisse der Stiftung Warentest wie auch von Finanztest wird wohl weiter Fragen aufwerfen.

Natürlich mag es legitim sein, sich neue bzw. verbesserte Einnahmequellen zu suchen – wenn man in der freien Wirtschaft tätig ist als Produzent oder Zulieferer oder Dienstleister. Nicht aber wenn man weiter darauf beharrt, eine Stiftung zu sein, die Millionen Euro erhält, um unabhängig bleiben zu können. Doch dieses Jahr werden die Fragen gleich zuhauf aufgeworfen, und die Stiftung Warentest muss sich auch hinsichtlich des falschen Testergebnis beim aktuellen Dispozins-Test die Frage stellen lassen, wie glaubwürdig sie eigentlich noch wirklich ist. Nur eine Pressemitteilung, in welchem der Tester an dem Zinsversehen die Schuld gegeben wird, und eine Korrektur des Testergebnisses auf der eigenen Website wird hier kaum Genüge tun können. Denn es wird dabei die Frage aufgeworfen, wieso die Stiftung Warentest das, was ihre Tester an Daten liefern, nicht überprüft, bevor sie diese Testergebnisse nach außen – und das auch noch lautstark und mit einer großen Pressekonferenz verbunden – kommuniziert.

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