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Stehen wir vor einer neuen Finanzkrise?

13. September 2013 –

Am 15. September 2008 meldete die US-Großbank Lehman Brothers Insolvenz an und stürzte die Welt damit in eine Finanzkrise, an deren Folgen viele Staaten bis heute zu knabbern haben. Inzwischen wurde immer wieder gerne vom Ende der Eurokrise gesprochen, die eine direkte Folge der globalen Finanzkrise war – doch das Ende könnte erst der Anfang sein, einer neuen, vielleicht noch schlimmeren Finanzkrise.

Davon gehen auch immer mehr Experten aus. Während die einen weiter ihren Optimismus an den Tag legen und von der Zukunft reden, sehen andere diese durchaus düster. So auch Henry M. Paulson, der frühere Finanzminister der USA. In einem Gastbeitrag, den Paulson für die Wirtschaftszeitung „Handelsblatt“ verfasst hat, wird er deutlich: „Besteht die Gefahr einer erneuten Finanzkrise? Das ist die Frage, die mir seit meinem Abgang aus dem Finanzministerium am häufigsten gestellt worden ist. Ich fürchte, dass die Antwort darauf „Ja“ lautet.“

Vor fünf Jahren war es Henry M. Paulson, der sich gegen eine Rettung der in die Pleite steuernden US-Großbank Lehman Brothers entschieden hatte. Damit gab er den finalen Startschuss für den Fall der Weltwirtschaft in eine Finanzkrise, wie niemand zuvor sie je erlebt hatte. Paulson, der vor seinem Amt als US-Finanzminister jahrelang Chef bei Goldman Sachs gewesen war, einer anderen US-Investmentbank, musste für seine Entscheidung viel Kritik einstecken.

Heute jedoch, fast auf den Tag genau fünf Jahre nach der Insolvenzanmeldung von Lehman Brothers, ist eines deutlich: vielleicht hat Paulson durch seinen klaren Schritt die globale Wirtschaft vor noch Schlimmerem bewahrt. Dass ausgerechnet er immer noch die Gefahr einer neuen Finanzkrise sieht, zeigt, wie wenig Substanz die ganzen Durchhalteparolen der letzten Jahre wirklich hatten. Vielleicht ist es, fünf Jahre nach Lehman Brothers, nur noch ein kleiner Schritt, bis die Weltwirtschaft wieder vor einem Abgrund steht. Auch wenn die Banken vermeintlich aus der damaligen Situation gelernt haben sollen, eine neue Krise mit einem Ausmaß wie damals – oder noch viel größer vielleicht – könnten auch jetzt viele Banken wohl kaum stemmen.

Für Anleger sind dies keine guten Nachrichten, dies ist uns bewusst. Doch gerade der, der wirklich mitdenkt, sollte hinter die ganzen Durchhaltetaktiken sehen – und schauen, wie er sein Geld in einen sicheren Hafen bringen kann. Dies bedeutet auch: keine Summen auf vermeintlich sicheren Sparkonten anlegen, die höher sind als die gesetzlich garantierte Einlagensicherung. Diese liegt in Deutschland und in der ganzen Europäischen Union bei 100.000 Euro je Kunde. Und vielleicht nicht nur an das Anlegen von Geld in Spareinlagen denken, sondern auch in Sachwerte wie Aktien, Immobilien und Rohstoffe zu investieren. Diese dienen zwar nicht immer dazu, eine Rendite zu erzielen, können dafür jedoch immerhin zumindest einen Teil des Vermögens sichern.

2 Antworten zu “Stehen wir vor einer neuen Finanzkrise?”

  1. reiner tiroch sagt:

    na klar stehen wir vor einer neuen Finanzkrise, obwohl diese seit juli 2007 dauert. warum? sie wurde nur vor der Wahl unter den Teppich gekehrt, weil wie immer alle auf einem guten Weg sind, gell? die USA werden uns eine schöne, neue, größerer über den teich schicken, dass uns hören und sehen vergeht. derweil macht der Onkel Draghi klammheimlich die länderrettungen und beglückt auch bald den Bankensektotr mit unendlichen Summen über OMT. natürlich landen alle Risiken, auch der EZB und dem IWF beim Sparer. wenn das geschafft ist, kommt der Super Finanzgau.(nach der Wahl). vorsorglich hat ja die FDP schon die Gesetze zur Zwangsenteignung aller Sparer schreiben lassen, gell?

  2. Dumme Fragen

    “Es gibt keine dummen Fragen, sondern nur dumme Antworten”, glaubt das Volk, und fragt immer wieder die hohe Politik, mit welcher Finanz- oder Wirtschaftspolitik die “Finanzkrise” zu beenden sei. Die dummen Antworten der Politiker werden immer erst im Nachhinein als solche erkannt – was das Volk nicht davon abhält, weiterhin dumme Fragen zu stellen. So fragen jene, die sich haben einreden lassen, die “Finanzkrise” sei (fast) schon beendet, mit welcher Finanz- oder Wirtschaftspolitik die “Staatsschuldenkrise” zu beenden sei.

    Das erkenntnistheoretische Problem besteht darin, dass eine intelligente Frage nur stellen kann, wer den Großteil der Antwort schon kennt. Erste Frage: Was ist eigentlich Politik?

    “Im Grunde ist Politik nichts anderes als der Kampf zwischen den Zinsbeziehern, den Nutznießern des Geld- und Bodenmonopols, einerseits und den Werktätigen, die den Zins bezahlen müssen, andererseits.”

    Otto Valentin (“Warum alle bisherige Politik versagen musste”, 1949)

    Eine klare Aussage. Nächste Frage: Was ist eigentlich die “Finanzkrise”?

    “Der Sparer erzeugt mehr Ware, als er selbst kauft, und der Überschuss wird von den Unternehmern mit dem Geld der Sparkassen gekauft und zu neuen Realkapitalien verarbeitet. Aber die Sparer geben das Geld nicht her ohne Zins, und die Unternehmer können keinen Zins bezahlen, wenn das, was sie bauen, nicht wenigstens den gleichen Zins einbringt, den die Sparer fordern. Wird aber eine Zeitlang an der Vermehrung der Häuser, Werkstätten, Schiffe usw. gearbeitet, so fällt naturgemäß der Zins dieser Dinge. Dann können die Unternehmer den von den Sparern geforderten Zins nicht zahlen. Das Geld bleibt in den Sparkassen liegen, und da gerade mit diesem Geld die Warenüberschüsse der Sparer gekauft werden, so fehlt für diese jetzt der Absatz, und die Preise gehen zurück. Die Krise ist da.”

    Silvio Gesell (Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld, 1916)

    So weit verständlich, aber – warum gehen die Preise nicht zurück?

    Silvio Gesell: “Sie (die Politiker und Notenbanker) sagen: warum ist die Krise ausgebrochen? Weil die Preise fielen, und die Preise fielen, weil es an Geld fehlte, d. h., weil das vorhandene Geld wegen des herabgesetzten Zinsertrages der Sachgüter nicht angeboten wurde. Gut denn, so lassen wir die Sparer und Sparkassen im Besitz des Geldes. Sie mögen das Geld verscharren. Und wir drucken neues dafür.”

    Haben Sie immer noch Fragen an die “hohe Politik”?
    Und was passiert, wenn trotz der Gelddruck-Orgie die Preise am Ende doch fallen?
    Also fragen wir doch mal: Was ist eigentlich die Soziale Marktwirtschaft?

    http://bit.ly/1aht3B9




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