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Eigenkapitalregeln bei Basel III angepasst

14. Januar 2014 –

Basel III war von den Banken gefürchtet wie die Pest, und nun kommt doch alles anders. Nachdem die Banken Druck ausgeübt haben auf die Aufseher, lockern diese nun die Eigenkapitalregeln auf – und verlieren damit aus den Augen, wieso diese so streng gehalten werden sollten.

Wenn man solche Nachrichten liest, dann fragt man sich als denkender Mensch ernsthaft, ob die Aufseher eigentlich vergessen haben, was die Finanzkrise in der ganzen Welt angerichtet hat. Basel III soll ein geschnürtes Paket mit strengen Regeln für das Eigenkapital der Banken werden, damit es nicht noch einmal zu einer solch schweren Krise kommen kann. Die Aufweichung der Eigenkapitalregeln verwässert die ganze Sache jedoch wieder, und letztlich ist damit rein gar nichts geschehen, was wirklich nachhaltig zu einem Sinneswandel der Geldinstitute führen könnte.

Die Leverage Ratio, die nun kommen wird, sieht weniger streng aus als die bisherigen Schlüsse – und sie kann (und wird es wohl auch) zu Trugschlüssen über die Solidität einer Bank führen. Gerade dies sollte Basel III aber verhindern, damit rechtzeitig gesehen werden kann, wenn der Punkt kommt, an dem eine Bank nicht mehr solide ist. Durch die verschlankte Fassung ist es jedoch schwieriger von außen, festzustellen, wie es einem Geldinstitut wirklich geht, da die Außendarstellung besser sein kann, als die Bank in Wirklichkeit solide ist.

Die Frage dabei ist natürlich, wie in Zukunft dann wirklich bemerkt werden soll, wenn ein Institut schwankt, wenn die Leverage Ratio in ihrer Schlussfassung nur noch wenig mit den ursprünglichen Plänen zu tun hat. Ab kommendem Jahr müssen die Banken ihre Leverage Ratio veröffentlichen. Ab 2018 soll das Eigenkapital eine Quote mindestens drei Prozent betragen. Das bedeutet: für je 97 verliehene Euro müssen 3 Euro an Eigenkapital stehen. Natürlich kann man jetzt auch einwerfen: drei Prozent sind ja schon mal eine Menge angesichts der „Vergehen“ früherer Tage, in denen Geld haufenweise verliehen wurde, ungeachtet der Eigenkapitalquote. Die Zeiten mögen ja besser geworden sein, aber dass sich der Baseler Ausschuss den eigenen Zielen preisgibt, dies ist mehr als bedenklich.

Vergessen scheint er zu sein, der große Aufschrei, als die Finanzkrise Banken in der ganzen Welt zum Wanken und zum Teil auch zum Sterben brachte. Vergessen die Diskussionen um die riskanten Investmentgeschäfte der verschiedenen Institute. Letztlich wird nun irgendwie wohl weitergemacht werden wie bisher, weil die Finanzaufsicht nicht den Mumm in den Knochen hat, sich den Banken wirklich entgegen zu stellen und eine klare Linie zu ziehen. Die nächste Krise scheint damit schon nahezu vorprogrammiert – aber die Eurokrise ist ja noch nicht einmal beendet. Warten wir ab, bis das nächste Geldinstitut dem Sterben preisgegeben wird und dann der nächste große Paukenschlag kommt!

Bildmaterial: J. M. – Fotolia

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