Zum 1. April dieses Jahres gab es, anders als es vielleicht manche erwarteten, keinen schlechten Aprilscherz aus Richtung der Wirtschaftsauskunftei, sondern eine gesetzliche Neuregelung trat in Kraft. Während bis zum 31. März Verbraucher, die eine schriftliche Auskunft über ihre Einträge bei der Auskunftei haben wollten, dafür zugleich zur Kasse gebeten wurden, gilt seit 1. April 2010: Einmal im Jahr geht’s auch gratis.
Bis dahin waren Auskünfte über die Einträge in der bei Verbrauchern – verständlicherweise sehr unbeliebten –Schufa nur dann kostenlos, wenn sie mündlich erfolgten und in einer Filiale der Schufa. Die Neuregelung sieht nun vor, dass einmal im Jahr jeder Verbraucher kostenlos eine schriftliche Auskunft über seine Einträge in der Auskunftei zu erhalten hat. Gerade zur Kontrolle der Fehleinträge, welche der Schufa den Status eines Wirtschaftsdetektivs mit recht seltsamen Machenschaften eingebracht hat, ist eine solche Selbstauskunft sehr wichtig.
Der kostenlose Auskunftsservice wird deshalb auch rege genutzt. Um die 4.000 Anrufe gibt es wegen dieser Neuregelung täglich bei der Schufa. Die Kosten, welche diese gesetzliche Regelung mit sich bringt, beziffert die Auskunftei selbst mit mehreren Millionen, verschweigt dabei aber gerne, dass für die Telefonate 14 Cent je Minute berappt werden müssen, aus dem Festnetz wohlgemerkt. Aus dem Mobilfunknetz können gar bis zu 42 Cent je Minute anfallen. Wer seine Schufa-Auskunft nicht in Berlin oder Hamburg abholen kann, der ist auf den schriftlichen Weg angewiesen – oder zahlt für ein Telefonat für seine dann doch nicht mehr ganz so kostenlose Auskunft.
Insgesamt haben inzwischen gut 450.000 Verbraucher diese Möglichkeit einer Selbstauskunft genutzt, 30 – 40 Prozent mehr, als es vor der kostenlosen Variante der Fall war, wie die Schufa selbst dazu mitteilte.
Auf dem Onlinewege ist eine Schufa-Auskunft nur durch Registrieren möglich. Dies ist zwar in den ersten 100 Tagen kostenlos, „zum Testen“, danach muss dann wieder Geld berappt wird. Filialen, wie die Schufa sie früher in jeder größeren Stadt hatte, gibt es jedoch seit diesem Jahr nur noch in Berlin und Hamburg, die Adressen sind über die Schufa-Internetseite abzurufen. Der Weg zur kostenlosen Auskunft ist also doch nicht so ganz hürdenfrei, wie der Gesetzgeber es vermutlich gewollt hat. Dennoch ist mit der jährlichen Gratisauskunft eine wichtige Lanze gebrochen für Verbraucher, die ihre von der Schufa gespeicherten Daten einsehen möchte – gerade aufgrund der Fehleinträge, die sich bei der Wirtschaftsauskunftei immer und immer wieder einschleichen, trotz oder gerade wegen der Sammelwut der Auskunftei?
Weitere Details zum Thema Bonitätsauskunft sowie den immer wieder genannten Negativmerkmalen finden interessierte Leser hier:
http://www.kreditrechner.com/ratgeber/bonitaetsauskunft/
http://www.kreditvergleich.net/ratgeber/banken/schufa-daten/
http://www.online-kredite.com/ratgeber/negativmerkmale-schufa.html

