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Versicherung

Kfz-Tarife ändern sich und werden undurchsichtiger

15. Dezember 2011 –

Für das Jahr 2012 haben einige Kfz-Versicherer angekündigt, ihre Versicherungsmodelle komplett umzustellen, wie auch pressemitteilungen-online.de berichtet. Die Neuerungen erscheinen auf den ersten Blick als eine deutliche Entlastung der Versicherten. So reduziert sich der Beitragssatz für Anfänger von teilweise 245 Prozent auf knapp über 90 Prozent. Dies bedeutet, dass gerade junge Menschen sich, aufgrund der geringeren Versicherungsbeiträge, künftig häufiger ein Auto leisten können. Außerdem gibt es eine stärkere Belohnung für Autofahrer, die jahrelang unfallfrei fahren. Der Mindestbeitragssatz reduziert sich künftig von 30 % auf 20 %. Die Schadensfreiheitsklassen werden in ihrer Anzahl erweitert.

Nachteile des neuen Systems

Doch nicht alles ist Gold, was glänzt. Was sich an den neuen Tarifbedingungen ändert, stellt die altbewährten Regeln des Autofahrens komplett auf den Kopf. So entfällt das System des "Rabattretters" komplett. Unabhängig davon, wie lange ein Versicherter unfallfrei gefahren ist – beim ersten Unfall wird der Versicherte nach dem neuen Tarif sofort in seinem Beitragssatz hochgestuft. Es gibt somit keinen Kulanzeffekt mehr, der in der Vergangenheit von vielen Versicherten in Anspruch genommen wurde.

Wichtig ist dabei zu beachten, dass die neuen Tarife nur für neu abzuschließende Verträge gelten. Bei einem bestehenden Vertrag ändert sich nichts. Wer also in eine günstigere Schadensfreiheitsklasse wechselt, sollte beachten, dass nach einem Unfall die neue Versicherung deutlich teurer werden kann. Der mit dem Versicherungswechsel erzielte Prämienvorteil kann damit schnell aufgebraucht sein.
Der angebotene Rabattschutz ist auf lange Sicht keine Lösung des Problems. Der Rabattschutz muss teuer erkauft werden. Außerdem berücksichtigt die neue Versicherung den Rabattschutz nicht und rechnet den neuen Tarifbeitrag unter Berücksichtigung des Unfalls. Der Rabattschutz im neuen System macht also nur dann Sinn, wenn ein Versicherter sich langfristig an seine Kfz-Versicherung bindet.

Die Verwirrung ist nun perfekt –Vergleich unbedingt notwendig

Für die meiste Verwirrung sorgt die Tatsache, dass nicht alle Versicherungsgesellschaften das neue Tarifsystem einführen. Manche Kfz-Versicherungen wollen an dem alten System festhalten. Dies führt dazu, dass der Tarifdschungel noch undurchsichtiger wird. Das merkt man, wenn man eine neue Autoversicherung berechnen will – wie etwa mit dem Tarifrechner am Ende dieses Beitrags (bereitgestellt von Tarifcheck24, welche auch die Versicherungsvermittlung übernimmt). Ein Tarifvergleich mit der entsprechenden Beschreibung war in der Vergangenheit wichtig, nun wird er unerlässlich. Wer also gegen Ende des Jahres die aktuellen Tarife vergleicht, sollte nicht blind den günstigsten nehmen. Unter Umständen kann es sinnvoll sein, bei der bisherigen Versicherung zu bleiben und somit den Bestandschutz zu genießen.

Der durchschnittliche Autofahrer profitiert nicht von den neuen Tarifen. Die Fahranfänger und diejenigen, die bereits in der SF 25 sind, können sich dagegen über günstigere Beiträge freuen. Wie auch existenzgruendung-portal.de ausführlich berichtet, bedeuten die neuen Tarife für die übrigen Fahrergruppen keine Verbesserung. Die optische Kosmetik sorgt nur für "Schaufensterkonditionen" und weniger Transparenz.

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