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Versicherung

Der Garantiezins bei Lebensversicherungen

03. Januar 2012 –

Der Garantiezinssatz wird per Verordnung vom Bundesministerium für Finanzen festgelegt. Er gilt für Lebensversicherungsverträge und Rentenversicherungsverträge. Der Garantiezins gilt für die einbezahlten Sparbeiträge nach Abzug der Verwaltungskosten. Entscheidend für die Höhe des Garantiezinses ist die durchschnittliche Umlaufrendite für zehnjährige Staatsanleihen in Deutschland. Der Garantiezins darf sechzig Prozent der durchschnittlichen Umlaufrendite nicht übersteigen.

Garantiezins: Ursachen für die Zinssenkung

Im Zuge der Finanzmarkt- und Schuldenkrise tendierten die Kapitalmarktzinsen deutlich nach unten und haben sogar historische Tiefpunkte erreicht. Die anhaltende Unsicherheit über die Zukunft des Euro-Raums bescherte eine hohe Nachfrage nach deutschen Staatsanleihen, die als sicherer Hafen gelten. Viele Investoren kauften deutsche Staatsanleihen und trieben somit den Kurs in die Höhe und die Rendite in den Keller. Der Bund-Future hat ein rekordverdächtigtes Allzeithoch, und die Umlaufrendite für zehnjährige Papiere hat fast 2,00% erreicht.

In dieser Situation ist es für viele Lebensversicherungen, die hauptsächlich in  sichere Staatsanleihen des deutschen Bundes investieren, sehr schwierig den garantierten Zins, der noch teilweise bei 4,00% p.a. liegt, für ihren Altbestand zu erzielen. Damit der Wettbewerb um die Höhe des Garantiezinses keine ruinösen Züge annimmt, wird der Garantiezins für alle Lebensversicherungen einheitlich festgelegt. Die Stärke einer Versicherungsgesellschaft drückt sich dann in Höhe der Überschussbeteiligung aus. Der Garantiezins wurde in den vergangenen Jahren mehrmals heruntergesetzt, um die Stabilität des Versicherungsgewerbes zu gewährleisten.

Ein Run auf die Spareinlagen ist auch bei Versicherungen möglich, wenn andere Versicherungen einen deutlich höheren Zins zahlen würden. Bei der Vermögensbildung entfällt in Deutschland  immer noch ein Löwenanteil auf Lebensversicherungen, die in den vergangenen 30 Jahren zu den beliebtesten Finanzprodukten der Deutschen zählten. Wird dieser Geldfluss anders kanalisiert, könnte dies zu deutlichen Turbulenzen an Kapitalmärkten führen, da die Versicherungsgesellschaften ein wichtiger Marktteilnehmer sind.

Seit dem 01.01.2012 beträgt der Garantiezins für Neuabschlüsse bei Lebens- und Rentenversicherungen 1,75% p.a. Die bereits bestehenden Versicherungsverträge bleiben von dieser Regelung unberührt. Die Entwicklung ist auf die langanhaltende Niedrigzinsphase zurückzuführen. Die hochprozentigen Anlagen der Versicherungen aus dem Deckungsstock sind sukzessive fällig geworden und konnten nur zu schlechteren Konditionen wiederangelegt werden.

Die laufenden Erträge der Versicherungsgesellschaften, insbesondere derer mit konservativer Anlagestrategie, werden von Jahr zu Jahr kleiner. Der Ertragsrückgang zwingt zur Senkung des Garantiezinses für Neuverträge, um auf Dauer die Überlebensfähigkeit der Versicherungsgesellschaften sichern zu können.

Trotzdem Lebensversicherung abschließen?

Selbstverständlich besteht die Möglichkeit, den niedrigen Garantiezins mit Riester-Förderungen deutlich zu verbessern. Dank der bezahlten Förderung kann die Rendite deutlich gesteigert werden. Doch ohne Riester-Förderung ruht die Hoffnung allein auf dem Management der Versicherungsgesellschaft, das hoffentlich solide Treasury-Erträge erwirtschaftet. Hier lohnt es sich, einen Blick in den Jahresbericht zu werfen. Ist daraus erkennbar, dass die Überschussbeteiligungen in den letzten Jahren deutlich rückläufig sind, sollte eventuell  ein Anbieter mit höheren Erträgen gesucht werden. Der Versicherungsvergleich ist in diesem Fall obligatorisch.

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