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Versicherung

Kommt das Aus für den Garantiezins bei Lebensversicherungen?

09. November 2012 –

Sparen mit Rendite, dies spielt auch zum Ende dieses Jahres eine wichtige Rolle. Ein zweites wichtiges Thema ist die Altersvorsorge, um im Rentenalter versorgt zu seine. Viele Menschen haben deshalb eine Kapitallebensversicherung abgeschlossen – um Geld anzusparen, im Alter etwas zu haben und seine Angehörigen im Todesfall versorgt zu wissen. Ein wichtiger Punkt dabei ist der Garantiezins, der bei der kapitalbildenden Lebensversicherung eine wesentliche Rolle spielt.

Genau dieser Garantiezins ist es aber, der den Versicherern immer mehr zu schaffen macht. Durch die vorgegebene Anlagestrategie dürfen Lebensversicherer die Gelder ihrer Versicherten meist nur recht konservativ anlegen, aber genau hier liegt derzeit der Knackpunkt: genau diese halbwegs sicheren Anlagen bringen kaum Zinsertrag.

Dennoch müssen die Versicherer den Garantiezins an ihre Versicherten weitergeben, wie er im jeweiligen Vertrag festgelegt wurde. Bei Neuverträgen liegt dieser zwar nur noch bei 1,75 Prozent p.a., in alten Verträgen kann dies jedoch immer noch bis zu 4,00 Prozent p.a. sein (siehe dazu die historische Entwicklung des Garantiezinses auf http://www.kostenloser-versicherungsvergleich.com/garantiezins-bei-lebensversicherungen.html), und dies ist immerhin bei fast jeder vierten Lebensversicherung noch der Fall. Eine solche Ertragsgröße müssen die Versicherer jedoch erst einmal stemmen bei der gegenwärtigen Zinslage, und dies wird zunehmend schwieriger, wie sich jetzt zeigt.

Immer mehr Versicherer könnten dadurch ins Trudeln kommen, wie in einem Papier des Bundesfinanzministeriums stehen soll. Laut "Handelsblatt" besteht sogar die "Gefahr eines Runs". Damit könnte die goldene Zeit der Lebensversicherer langsam aber sicher zu Ende gehen. Bereits jetzt ist das Geschäft aufgrund der niedrigeren Zinsen und der längst erweiterten Möglichkeiten der Geldanlage deutlich schlechter geworden. Selbst das Geschäft mit den Lebensversicherungen mit Einmalbeträgen läuft nicht mehr so gut wie eine Zeitlang, als diese Art der kapitalbildenden LV einen regelrechten Run erlebte.

Der stetig gesunkene Garantiezins und die in den letzten Jahren verschärften Bedingungen für Kapitallebensversicherungen (früher generelle Steuerfreiheit, heute unter anderem nur noch bei einer Laufzeit mit mindestens 12 Jahren) und die dennoch hohen Kosten haben vielen Verbrauchern den „Spaß“ an einer solchen Versicherung genommen. Zudem kam vor einigen Jahren dann auch noch die Riester Rente auf den Markt, und machte aufgrund der staatlichen Förderung den kapitalbildenden Lebensversicherungen das Geschäft ein wenig schwerer.

Sparer, die für ihr Alter vorsorgen und zugleich ihre Angehörigen absichern sollten, sind deshalb vermehrt verunsichert, was sie denn nun tun sollen. Kapitalbildende Lebensversicherungen rechnen sich kaum mehr, und bringen oftmals noch deutlich weniger Ertrag als andere Anlagearten, die zumindest über mehrere Jahre angelegt dann doch zumindest einen halbwegs guten Zinssatz erwirtschaften. Die Frage bleibt dabei, ob sich eine Kapitallebensversicherung an sich überhaupt noch lohnt, oder ob es nicht viel renditebringender ist, eine Risikolebensversicherung abzuschließen und den Rest des Geldes, der in die kapitalbildende LV fließen würde, als monatliche Spareinlage anzulegen oder eine andere Möglichkeit dafür zu suchen. Denn: nicht nur die niedrige Rendite macht der Kapitallebensversicherung zu schaffen, sondern auch die hohen Kosten, die für eine solche Versicherung anfallen und die dem Versicherten bei niedrigerem Zinsertrag natürlich noch deutlich mehr zu schaffen machen.

Eine Antwort zu “Kommt das Aus für den Garantiezins bei Lebensversicherungen?”

  1. “Der Zins ist ja sicher ein besonderer Reiz für den Sparer. Aber nötig ist dieser besondere Reiz nicht. Der Spartrieb ist auch ohne diesen Reiz stark genug. Übrigens, so kräftig der Zins als Sparreiz auch wirken mag, so ist er doch keinesfalls stärker als das Hindernis, das der Zins dem Sparer errichtet. Infolge der Zinslasten heißt sparen heute für die Volksmassen – entsagen, entbehren, hungern, frieren und nach Luft schnappen. Denn gerade durch den Zins, den der Arbeiter erst für andere aufbringen muß, wird der Arbeitsertrag so stark beschnitten, daß in der Regel der Arbeiter an Sparen überhaupt nicht denken kann. Ist also der Zins ein Sparreiz, so ist er in noch stärkerem Grade ein Sparhindernis. Der Zins beschränkt die Sparmöglichkeit auf ganz kleine Kreise, und die Sparfähigkeit auf die Wenigen aus diesen Kreisen, die den nötigen Entsagungsmut dazu haben. Sinkt der Zins auf Null, so steigt der Arbeitsertrag um den vollen Betrag der Zinslasten, und entsprechend erweitert sich die Sparmöglichkeit und Sparfähigkeit. Und es ist doch sicher leichter, von 200 Mark, als von 100 Mark 5 Mark zu sparen. Und wahrscheinlich wird derjenige, der durch die Zinsaussichten mitbestimmt wurde, bei 100 Mark sich und seinen Kindern 10 Mark am Munde abzusparen, bei 200 Mark ohne jenen Reiz, aus natürlichen Spartrieben, wenn auch nicht 110 Mark, so doch erheblich mehr als 10 Mark sparen.”

    Silvio Gesell

    Also, liebe Sparer, kommen Sie gar nicht erst auf die Idee, den “großen Investor” spielen zu wollen, und beachten Sie stets das 3. Gebot:

    http://bit.ly/TymUaK




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