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Versicherung

Krankenkassen mit unterschiedlichen Beiträgen in 2015

16. Dezember 2014 –

Ab 1. Januar des kommenden Jahres dürfen sich die Gesetzlichen Krankenkassen nach mehreren Jahren endlich wieder vom einheitlichen Krankenkassenbeitrag abwenden. Das bedeutet: Ab 2015 wird es nicht mehr bei allen Krankenkassen einen Versicherungsbeitrag von 15,5 Prozent geben, sondern die Kassen werden unterschiedliche Beiträge verlangen können.

Zusatzbeiträge ab 2015

©alvarez-iStock

Nicht bei jeder Krankenkasse ändert sich der Beitrag dann jedoch auch wirklich, einige Kassen werden ihre Beiträge senken, andere sie auch im kommenden Jahr auf dem gegenwärtigen Stand belassen.

Dies fand die Zeitschrift „Finanztest“ im Rahmen einer Untersuchung der Beiträge der Gesetzlichen Krankenkassen für 2015 heraus. Der ausführliche Bericht dazu ist in der Januar-Ausgabe der Zeitschrift zu finden. Bis zum Redaktionsschluss hatten 59 der 92 Gesetzlichen Krankenkassen ihre Beiträge für das kommende Jahr an Finanztest gemeldet.

Keine Senkung, trotz niedrigerer möglicher Beiträge

Wie die Untersuchung der zur Stiftung Warentest gehörenden Zeitschrift ergab, wollen 20 der Krankenkassen, die ihre Beitragssätze für 2015 gemeldet haben, bei der bisherigen Höhe von 15,5 Prozent bleiben. Eine Beitragssenkung wird es für die Versicherten dieser Kassen damit ab kommendem Jahr nicht geben. Ob weitere Krankenkassen auf diesem Beitragssatz bleiben werden, wird sich zeigen müssen. Noch stehen die Zahlen von 33 der 92 Kassen in Deutschland aus.

Beitragsentwicklung bei den gesetzlichen Krankenkassen

Einige Kassen planen Beitragssenkungen

Die Grenze nach unten liegt bei den neuen Beitragssätzen für die Gesetzlichen Krankenkassen auf 14,6 Prozent. Doch wie Finanztest herausfand, sind es lediglich zwei Krankenkassen, die so weit nach unten gehen werden bei ihrer Beitragssenkung. Nach Angaben der Zeitschrift sind dies „zwei regional geöffnete Kassen“.

Wie Finanztest weiter herausfand, werden jedoch „mindestens 38 Krankenkassen“ auf das kommende Jahr ihren Beitrag senken. Dies macht doch immerhin Hoffnung für die Versicherten, dass es ab 2015 wieder eine Beitragsvielfalt geben wird und damit die Auswahl für die gesetzlich Krankenversicherten, sich ihre Krankenkasse nach der Höhe des Beitrags aussuchen zu können, vorhanden sein wird.

Teurer ginge auch – noch aber will das keine Krankenkasse werden

Einen höheren Beitrag als den noch bis Jahresende 2014 üblichen von 15,5 Prozent will keine der Krankenkassen verlangen, die ihre Werte für das kommende Jahr an Finanztest herausgegeben haben. Ob dies so bleiben wird, wird sich zeigen müssen. Bis Ende Dezember dieses Jahres müssen die Gesetzlichen Krankenkassen die Versicherungstarife für das kommende Jahr veröffentlichen und zudem die Versicherten über eine Änderung des Beitragssatzes informieren, sollte an diesem geschraubt werden.

Am Beitrag sparen durch Krankenkassenwechsel

Gesetzlich Krankenversicherte, deren Beitrag auf 2015 nicht gesenkt wird, können natürlich trotzdem sparen, indem sie die Krankenkasse wechseln. Da der Wert auf 14,6 Prozent liegt, an dem die Beitragssätze sich ab kommendem Jahr messen lassen müssen, haben Versicherte, deren Kassen ihre Beiträge nicht auf diesen Satz senken, die Möglichkeit, ihre Krankenkasse zu wechseln. Dies unabhängig davon, ob sie innerhalb der letzten 18 Monate die Krankenkasse gewechselt haben oder nicht und sie damit im Falle eines Wechsels derzeit kein Recht auf eine ordentliche Kündigung der Gesetzlichen Krankenversicherung hätten.

Krankenkassenbeiträge 2015

©GlobalStock-iStock


Bei einem Wechsel der Krankenkasse können Versicherte je nach Beitragssatz der neuen Kasse unterschiedlich viel Geld sparen. Die Ersparnis hängt bei Angestellten von der Höhe des Bruttoverdienstes ab. Je höher der Bruttoverdienst und zugleich die Spanne zwischen den verschiedenen Beitragssätzen der bisherigen und der neuen Krankenkasse ist, um so mehr Geld lässt sich sparen bei einem Kassenwechsel im Jahr 2015.

Sonderkündigungsrecht für die Gesetzliche Krankenversicherung nutzen

Gesetzlich Krankenversicherte haben im kommenden Jahr die Möglichkeit, im Rahmen einer außerordentlichen Kündigung die Krankenkasse zu wechseln, wenn ihre bisherige Kasse einen höheren Beitragssatz als 14,6 verlangt. Die Kündigung ist dann im Rahmen des Sonderkündigungsrechts möglich und ist unabhängig davon, wie lange ein Versicherter schon Mitglied bei seiner Krankenkasse ist.

Sonderkündigungsrecht bei Zusatzbeitrag von Krankenkassen

Wer seine Krankenkasse zu diesem Zeitpunkt kündigt, hat eine Frist von zwei Monaten – jeweils zum Monatsende, um seine Kasse zu wechseln. Das heißt: Wer im Januar 2015 seiner alten Gesetzlichen Krankenversicherung kündigt, kann auf April des kommenden Jahres in einer neuen Krankenkasse Mitglied werden.

Krankenkassen haben bis Ende Dezember Zeit für Veränderungsmitteilung

Bis Ende dieses Jahres müssen Krankenkassen, die eine Veränderung ihres Beitrags ab Januar 2015 vornehmen, ihren Versicherten eine Änderungsmitteilung zukommen lassen. Für viele Versicherte bedeutet dies, dass sie erst auf den letzten Drücker eine Mitteilung erhalten, was eine finanzielle Planbarkeit für das kommende Jahr sehr schwierig macht.

Doch der Gesetzgeber sieht vor, dass es als Frist ausreicht, wenn die gesetzlich Versicherten zum Ende des Monats von der Beitragsänderung erfahren, in dessen Folgemonat die Änderung des Krankenkassenbeitrags fällt.

Noch keine Rede vom Zusatzbeitrag?

Ab dem kommendem Jahr kehrt auch der Zusatzbeitrag zurück in der Gesetzlichen Krankenversicherung. Ob die Krankenkassen bereits in 2015 damit anfangen werden, diesen zusätzlichen Beitrag, der nur von den Versicherten selbst getragen werden muss, zu verlangen, kann nach dem aktuellen Stand der Dinge noch nicht gesagt werden.

Doch spätestens ab 2016 ist zu vermuten, dass zumindest ein Teil der Gesetzlichen Krankenkassen den Zusatzbeitrag wieder einführen wird, um die eigenen Finanzlöcher zu stopfen. Bei dem „neuen“ Zusatzbeitrag wird es die frühere maximale Grenze nach oben hin nicht mehr geben, zudem wird er prozentual vom Bruttoverdienst berechnet werden. Die Kassen können somit, wenn sie es wollen, beim Zusatzbeitrag in den kommenden Jahren richtig hinlangen. Hier ist ebenfalls zu empfehlen, genau nachzurechnen, ob sich nicht ein Wechsel der Krankenkasse lohnen würde.

Vergleich der Zusatzbeiträge aller 131 Krankenkassen ab 2015

Den Wechsel aber nur vom Zusatzbeitrag und/oder der Beitragshöhe abhängig zu machen, könnte jedoch ein fataler Fehler sein. Viel wichtiger ist es, zu der Höhe des Beitragssatzes und gegebenenfalls des Zusatzbeitrags einen Vergleich der Leistungen für die Versicherten und die Serviceleistungen der verschiedenen Krankenkassen unter die Lupe zu nehmen. Was nützt ein niedriger Beitrag und/oder kein Zusatzbeitrag, wenn die Krankenkasse selbst keinen guten Service bietet oder aber bestimmte Kann-Leistungen nicht übernimmt, die wiederum andere, wenn auch teurere Krankenkassen übernehmen würden.

Was ist mit der Privaten Krankenversicherung in 2015?

Während es für die Gesetzlichen Krankenkassen klare Regelungen in Sachen Beitragssätzen gibt, sieht dies bei Privaten Krankenversicherungen anders aus. Diese müssen ihre Versicherungsprämien nicht an gesetzlich festgelegte Tarife binden, es sei denn, es handelt sich um den Basistarif. Wie hoch der Beitragssatz für das kommende Jahr sein wird für die Privat Krankenversicherten, hängt deshalb sowohl vom Tarif und den darin enthaltenen Leistungen ab, wie von der Krankenversicherung selbst.

Beitragsentwicklung in der Gesetzlichen Krankenkasse bis 2015

Statistik: Entwicklung der Beitragssätze der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) in den Jahren 1998 bis 2015 | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

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