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Vorsorge

Riester Rente Stand Ende 2009: nur reine Geldmacherei der Finanzbranche?

08. Dezember 2009 – admin

In einem heute auf dem Onlineportal des „Handelsblatt“ erschienenen Artikel wird klar getitelt: „Die Leute werden veräppelt“ – und es zeigt sich dabei, dass die Riester Rente, trotz staatlicher Förderung und Zertifizierungsmaßnahmen eines der undurchschaubarsten Finanzprodukte in Deutschland ist.


„Hochkomplex“ sind sie, die zahlreichen Riester Verträge und längst haben selbst Experten dabei den Überblick verloren. Während bei der Einführung der Riester Rente vor einigen Jahren die Verträge noch klar und überschaubar waren, und auch eine gute Rendite brachten, sieht die Wirklichkeit im Jahr 2009 ganz anders aus.

“Es wird höchste Zeit, die Effektivität und Effizienz der Altersvorsorge auf den Prüfstand zu stellen”, ließ der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, vzbv, deshalb auch bei der Vorlage eines aktuellen Gutachtens, das unter der Bezeichnung “Alles Riester? Die Umsetzung der Förderidee in der Praxis” erstellt wurde.

Gerade in der Kostenfrage und der Transparenz der Kosten versagen viele Riester Verträge, die Prof. Dr. Andreas Oehler in seiner Zusammenfassung des Gutachtens zur Riester Rente darstellt.

„Als erster zentraler Punkt sei erwähnt, dass nur knapp die Hälfte aller Anbieter nutzbare Kosteninformationen zur Verfügung stellen und auch die direkte Nachfrage nach solchen die Transparenz nur ansatzweise verbessert. Die knappe Hälfte der untersuchten Anbieter fällt also für Verbraucher aus dieser Perspektive aus, weil keine Kostentransparenz gegeben ist.“ heißt es da zum Beispiel.

Doch es geht noch weiter, und das mit haarsträubenden Fakten: „40% der untersuchten Angebote für 45-Jährige und 30% der untersuchten Angebote für 30-Jährige weisen ein oder mehrere zentrale Mängel auf.“ Dort „fehlen entweder klare Angaben zu den Abschluss- und Vertriebskosten oder den Verwaltungskosten überhaupt“, oder es fehlt zumindest eine Angabe darüber, die die Kosten verteilt sind. Außerdem fehlt häufig die Angabe der Kosten in Euro, hier sind in 40 Prozent der geprüften Angebote entweder gar keinen An gab en gemacht, oder nur teilweise. Und so „fallen immerhin 30% der Angebote durch.“, wie Oehler weiter ausführt.

Die Vertragsanbieter umgehen damit klare gesetzliche Vorgaben. Aber leider scheint niemand mehr die Verträge richtig zu prüfen, nicht einmal bei der früher so vielbeschworenen Zertifizierung der Riester Renten Verträge. Auch bei den Verwaltungskosten fehlen die Angaben entweder teilweise, bei einigen Angeboten zur Riester Rente sogar gleich ganz.

Dass immer noch viele Arbeitnehmer keine Riester Rente abgeschlossen haben, obwohl sie eigentlich dringend notwendig ist als Ergänzung der Gesetzlichen Rente , wird angesichts des Gutachtens mehr als verständlich. Da die Riester Rente sowieso nachgebessert werden muss laut eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs im September dieses Jahres könnte sich der Gesetzgeber auch noch gleich etwas in Sachen verstärkter Kostentransparenz überlegen.

Während zum 1. Januar 2008 ein neues Versicherungsvertragsgesetz eingeführt wurde, um Verträge transparenter zu machen, was auch die Versicherer inzwischen umsetzen, wurde dabei leider nicht an die Riester Rente gedacht. Und so werden weiter „Leute veräppelt“ mit dieser Privaten Altersvorsorge.

Über Details zur Riester-Rente und deren Eignung im Rahmen der privaten Altersvorsorge kann eine unabhängige Beratung informieren, wie sie interessierte Verbraucher über das nachfolgende Formular anfordern können (Versicherungsvermittlung erfolgt über die Finads GmbH):

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