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Wirtschaft

Öko-Umlage: Ist Strom in Deutschland zu teuer?

12. April 2011 –

Glaubt man der “BILD” und dem Verbraucherportal “Verivox”, so sollen die Deutschen im Jahr 2011 insgesamt rund 880 Millionen Euro zu viel für ihren Strom bezahlen müssen. Grund dafür ist die Erhöhung der Öko-Umlage.

Die so genannte “EEG-Umlage” (EEG = Erneuerbare-Energien-Gesetz) wurde festgelegt, um ökologische Kraftwerke, die etwa zur Gewinnung von Strom aus Sonne oder Windkraft eingesetzt werden, zu unterstützen. Viele dieser Vorhaben werden im Übrigen über Umweltfonds (Solarfonds, Windfonds etc.) finanziert. Die Kosten dafür werden den Verbrauchern aufgebürdet, Gewerbetreibende sind davon ausgenommen.

Zu Beginn 2011 wurde die Öko-Umlage erhöht – und zwar von 2,05 Cent auf 3,5 Cent pro Kilowattstunde. Im Gegenzug sind jedoch 2010 deutlich weniger Solaranlagen in Betrieb gegangen, sodass die Erhöhung der Umlage in diesem Ausmaß eigentlich nicht gerechtfertigt ist. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums hätte eine Erhöhung auf einen Preis von 3,0 Cent / KWh ausgereicht.

Die Stromanbieter haben flächendeckend ihre Preise für das Jahr 2011 angehoben. Über 18 Millionen Haushalte müssen sich 2011 auf eine Strompreiserhöhung einstellen, wie energieblog24 berichtet. Im Schnitt ist davon auszugehen, dass die Energiekosten rund sieben Prozent zugenommen haben – weitere Preiserhöhungen sind nicht ausgeschlossen. Insgesamt ergeben sich dadurch Mehrkosten für Verbraucher in Höhe von 880 Millionen Euro auf das Jahr gerechnet. Darüber wird auch im Artikel “Deutsche zahlen in diesem Jahr zu viel für Strom“, von derwesten,  berichtet.

Doch die Rechnung geht nicht so einfach auf. Die EEG-Umlage in Höhe von 3,5 Cent / KWh wurde von den Energieversorgern selbst aufgestellt – die ursprüngliche Umlagenhöhe dagegen wurde im Auftrag des Bundesumweltministeriums berechnet. Da 2009 deutlich mehr Solaranlagen als geplant erstellt wurden, reichten im Folgejahr die Mittel nicht dazu aus, um die gesamten Solarprämien zu finanzieren. Somit müsste im Jahr 2011 der Mehrkostenpreis von 2010 hinzu berechnet werden.

Es stellt sich also die Frage, ob die Erhöhung der EEG-Umlage tatsächlich zu hoch gegriffen ist, oder nur eine faire Berechnung, beruhend auf den vorangegangenen Jahren und Zahlen, darstellt. Das Bundesumweltministerium will hierzu aktuell keine Stellung beziehen.

Fakt ist: Die EEG-Umlage 2011 wird auf das Folgejahr angerechnet. Stellt sich also tatsächlich heraus, dass der Betrag zu hoch gegriffen ist, so wird er sich entsprechend 2012 wieder verringern. Verbraucher würden demnach im nächsten Jahr wieder weniger bezahlen. Der Blogger independence.wirsol berichtet dass ein Teil der Stromkosten an die Verbraucher zurückerstattet werden müsse.

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