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Wirtschaft

IWF-Chef spielt keine Rolle mehr? – Portugal erhält Hilfspaket auch ohne Strauss-Kahn

17. Mai 2011 –

Man glaubt ja immer, ohne die großen Köpfe an der Spitze würde nichts laufen. Dass dem nicht so ist, zeigt das aktuelle Beispiel Strauss-Kahn. Der IWF-Chef verbringt derzeit seine Zeit statt mit den Finanzministern der EU in einer Einzelzelle auf der Gefängnisinsel "Rikers Island". Nachdem der oberste Herr über den Internationalen Währungsfonds verhaftet wurde, fiel gleich der Euro – aus Angst, die Verhandlungen um die Milliardenhilfen für Portugal würden deshalb scheitern.

Doch es kam anders. Strauss-Kahn schmort in seiner Zelle, und Portugal erhält das Hilfspaket dennoch. Und die Folge: Der Euro steigt wieder! Nach Griechenland und Irland wird damit das dritte Land der Euro Zone finanziell gestützt, ob dies jedoch wirklich nachhaltig Wirkung zeigen wird, ist bis heute auch bei Griechenland noch nicht geklärt.

78 Milliarden Euro erhält Portugal nun aus den Taschen des IWF und den anderen Ländern der Währungsunion, und muss davor tief in die Sparkiste greifen. Schlimmer ist es jedoch um Griechenland bestellt. Das dramatisch verschuldete Land benötigt wohl weitere Milliardenhilfen, um nicht in die völlige Staatspleite zu rauschen, aber ob sie diese bekommen wird, hängt davon ab, ob sich wirklich noch einmal Fürsprecher für solche Hilfen finden. Einer davon ist wohl Strauss-Kahn, der sitzt jedoch im Gefängnis, und ob er wieder frei kommen wird, hängt von der Gerichtsbarkeit in den USA ab.

Griechenlands Zukunft ist damit offener denn je. Es gibt immer mehr Meinungen, die deutlich machen, entweder müssen die Schuldenstaaten aus der Euro Zone ausgeschlossen werden – oder es muss eine verschlankte Währungsunion mit einem so genannten Nord-Euro geben. Für die Umschuldung sprechen sich zwar vereinzelt auch Experten aus, aber hiervor haben sowohl die Banken als auch die Regierenden Europas eine Heidenangst – denn das würde einen massiven Verlust von Geld bedeuten.

Aber wer investiert schon in einen Pleitestaat, ohne dass der sich darüber bewusst ist, dass der Schuldner auch aufgrund von Zahlungsunfähigkeit ausfallen könnte? Nur der, welcher getrieben von Gier alles Risiko auf sich nimmt, um eine hohe Rendite abzusahnen – und was früher oder später zu einer neuen Finanzkrise mit vielleicht noch schlimmeren Auswirkungen als die erst überstandene Finanzkrise mit sich bringen könnte.

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