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Wirtschaft

Das große Schachern um den IWF-Vorsitz

18. Mai 2011 –

Viele haben noch nie etwas vom IWF, dem Internationalen Währungsfonds, gehört, dennoch ist er unerlässlich für die Rettung des Euro und der Pleitestaaten in der Euro Zone. Ohne den IWF geht nichts, wenn es ums Geld geht – nun aber könnten der Währungsunion richtig die Felle wegschwimmen. Denn: IWF-Präsident Strauss-Kahn sitzt immer noch im Gefängnis, und nun wird langsam über die Nachfolge gemunkelt. Es beginnt das große Schachern um den IWF-Vorsitz.

Strauss-Kahn ist, anders als sein Name vermuten lässt, kein US-Amerikaner, sondern Franzose und hatte einst das Amt des französischen Wirtschafts- und Finanzministers inne – ein Europäer also an der obersten Stelle des Internationalen Währungsfonds. So mancher vermutet dabei, dass die Hilfen des IWF an schwächelnde Euro-Staaten nur kamen, weil der Chef aus der Euro Zone stammt.

Nun aber könnte alles anders kommen. Dominique Strauss-Kahn sitzt in Untersuchungshaft und so langsam fangen auch die vertrauten Fälle an zu schwinden. Der US-Finanzminister Timothy Geithner fordert nun, dass eine Nachfolgelösung gefunden werden müsse für den IWF-Chef, zumindest eine klare Interimslösung müsse her.

Damit könnte das Leid der Euro Zone jedoch bald deutlich größer werden. Der Vorsitz des IWF ist nicht mehr sicher in europäischer Hand, zu sehr fordern nun die in wirtschaftlicher Hinsicht immer wichtiger werdenden Schwellenländer wie China und Brasilien zumindest unter der Hand, den Vorsitz des Internationalen Währungsfonds in nichteuropäische Hand zu vergeben.

Doch hätte ein Vorsitzender, der nicht aus Europa oder gar der Euro Zone stammt, auch ein wirkliches Interesse an der Rettung der Pleiteländer Griechenland und Portugal? Eher nicht, mag man denken – und trifft damit möglicherweise den Nagel auf den Kopf. Seit Bekanntwerden des Verhaftung von Strauss-Kahn hat der Euro zumindest stark verloren, und das mitten im neuerlichen Höhenflug der Gemeinschaftswährung.

Die Zukunft des Euro hängt deshalb auch bis zu einem gewissen Grad von der Zukunft des (noch) Vorsitzenden des IWF ab. So mancher munkelt schon etwas von Rücktritt oder Degradierung von Strauss-Kahn. Doch zu diesem besteht bislang kein Kontakt seit der Verhaftung, es bleibt alles weiter offen und die Uhr tickt immer schneller in Sachen Zukunft des Euro.

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