Nach heftiger Kritik von Seiten der Opel-Mitarbeiter wie auch der Politik hat der Opel-Mutterkonzern General Motors sein Finanzierungskonzept wohl noch einmal überdacht. Und will jetzt doch mehr eigenes Geld als bisher geplant in die Zukunft des Autobauers stecken, der nicht nur in Deutschland ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist.
Bislang hatte GM nur 600 Millionen Euro in Opel investieren wollen. Die heutige Nachricht, die Finanzierung würde auf 1,9 Milliarden Euro aufgestockt, kam doch für viele überraschend. Der Chef von GM Europe, und zugleich Vorsitzender der Opel-Geschäftsführung, Nick Reilly, machte heute, nach vielen Querelen und vielem hin und her deutlich:
„Die 1,9-Milliarden-Finanzierungszusage von GM ist genau die richtige Maßnahme für Opel. Sie signalisiert die Entschlossenheit, unser Geschäft wieder auf eine solide Basis zu stellen. Unsere Anfrage nach zusätzlicher Unterstützung ist vom GM-Management positiv beantwortet und vom GM-Verwaltungsrat unterstützt worden. Wir haben diese Entscheidung der Europäischen Kommission und den beteiligten Regierungen auf Bundes- und Landesebene mitgeteilt. Jetzt hoffen wir, dass dieses deutliche Signal als ein wichtiger Meilenstein in unserem Bemühen gesehen wird, mit Hilfe von Bürgschaften die noch verbleibende Finanzierungslücke überbrücken zu können.“
General Motors dürfte also recht kühl geworden sein angesichts der frostigen Reaktionen einiger europäischer Regierungen auf die geforderten Staatshilfen für Opel. Die heutige Bekanntgabe der Finanzierungsaufstockung ist daher als ein Zugeständnis von GM zu bewerten – vielleicht weil der US-amerikanische Konzern langsam das Flattern bekam, ob er nicht am Schluss möglicherweise doch noch die ganze Last würde alleine tragen müssen.
Ed Whitacre, GM Chairman und CEO, spricht dies, zumindest zwischen den Zeilen, sogar aus: „Das ist ein klares Bekenntnis zum europäischen Geschäft, das für GM von entscheidender Bedeutung ist. Neben den rein finanziellen Aspekten ist es auch ein wichtiger Schritt, um Vertrauen und Zuversicht in die Zukunft von Opel zu schaffen – für unsere Kunden, Mitarbeiter, Geschäftspartner, Gewerkschaften, Händler und auch für die europäischen Regierungen.“
Nach monatelangem Hin und Her, nach viel Gezeter und oftmals großer Verwirrung, die vor allem auch durch General Motors gestiftet worden war, bahnt sich langsam eine sichere Zukunft an für Opel. Vielleicht ist GM klar geworden, dass Opel nicht nur allein Sache einiger europäischer Regierungen ist, sondern dass der Mutterkonzern selbst von Opel abhängig ist. Nur eine starke Tochter kann die Mutter auch wirtschaftlich stärken – und dem Image wieder aufhelfen, dass durch die ganzen Querelen doch nicht gerade wenig beschädigt wurde.

