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Wirtschaft

Die Ursachen der Eurokrise – eine andere Sichtweise

13. September 2011 –

Die Griechen sind schuld an ihrer eigenen Situation – und diese Behauptung bestreitet niemand. Denn wer einen Beamtenapparat unterhält, der fast aus einem Drittel der gesamten Bevölkerung des Staates besteht, wer seinen Rentnern fast doppelte Rentenbezüge auszahlt und wer gar keinen Überblick über eigene Steuereinnahmen und die Ausgaben hat, kann nicht von einer ordnungsmäßigen Haushaltsführung ausgehen. Das sind die internen Probleme eines Landes. Die Folgen dieser Probleme werden jetzt international bekämpft, wie eurogate101.com berichtete. Doch das Schuldenproblem besteht nicht nur in Griechenland, sondern auch in den anderen europäischen Staaten.

Was die Ursache sein könnte

Die deutschen Reallöhne sind in den letzten 10 Jahren nicht gestiegen, wie auch unternehmer.de berichtete. Teilweise waren diese aufgrund der inflationären Entwicklung sogar negativ. Die deutschen Arbeitnehmer haben stets Nachsehen gehabt, wenn man ihre Reallöhne mit den Löhnen der anderen europäischen Staaten verglich. Deutsche Unternehmen und Unternehmer haben vom Euro profitiert, weil die Arbeitskraft in Deutschland noch nie so günstig wie heute war. Diese Tatsache hat die deutschen Unternehmen stark und wettbewerbsfähig gemacht. Noch vor fünfzehn Jahren war Deutschland als Firmenstandort aufgrund der hohen Gehälter unattraktiv. Viele Unternehmen verlagerten ihren Sitz in die Ostländer. Doch die Arbeitsqualität und die niedrigen Löhne haben viele Unternehmen zurückkehren lassen.

Laut goldsparplan.wordpress.com stiegen dagegen die Reallöhne in Spanien und Italien und auch in Frankreich deutlich. Die dortigen Unternehmen sind mit ihrer Kalkulation nicht konkurrenzfähig. Sie müssen Leute entlassen und der Staat muss Schulden machen, um die Unternehmen zu subventionieren, die auf dem normalen Kapitalmarkt keine Kredite mehr bekommen, und arbeitslose Bürger zu versorgen. Dies verursacht Schulden. Manche Wissenschaftler sehen, dass deutsche Unternehmen sich letztendlich auf Kosten der anderen Staaten bereichert haben. Alles natürlich ganz legal nach den Gesetzen der Marktwirtschaft

Soziale Marktwirtschaft?

Doch wie sozial ist diese Marktwirtschaft? Deutsche Arbeitnehmer wurden an den großen Gewinnen der letzten Jahre nicht beteiligt. Natürlich gab es einzelne Firmen, die ihren Mitarbeitern Boni zahlten. Doch an der breiten Masse ging der Aufschwung vorbei. Der Mindestlebensstandard ist in Deutschland dank Harz-IV und einer ausreichend hohen Pfändungsfreigrenze gesichert. Doch die Harz-IV-Generation ist nicht konkurrenzfähig. Und Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben ist teuer und nicht einfach.

Wie die Zukunft aussieht

Werden die Politiker die Lohnpolitik der Länder nicht einheitlich regeln bzw. koordinieren, so könnte die Eurozone in den nächsten fünf Jahren zerfallen. Der Euro-Crash hätte schlimmere Folgen als die Lehman-Krise. Die Politiker starren momentan nur den Schuldenberg an und wollen diesen bekämpfen. Solange die Preispolitik, die an die Lohnpolitik geknüpft ist, nicht auf den Prüfstand gestellt wird, wird es zumindest keine nachhaltige Lösung geben.

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