Das DIW, das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat heute seine Konjunkturprognose veröffentlicht. Und darin bestätigt: Die deutsche Wirtschaft wird sich sowohl 2010 als auch im kommenden Jahr, 2011, „in einem moderaten Aufwärtstrend“ befinden. So soll bereits in diesem Jahr die Wirtschaftsleistung um 1,7 Prozent über dem Wert des vergangenen Jahres (2009) liegen. Für 2011 wird sogar ein leicht verbessertes Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent erwartet.
Dennoch stellt die Vergabe von Krediten weiter ein Problem dar, wie auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau deutlich machte. In diesem Jahr ging bislang die Kreditvergabe an kleine und mittlere Unternehmen zurück, wodurch auch weiterhin die Gefahr einer flächendeckenden Kreditklemme im Raum steht.
Auch die BSI, die Bundesvereinigung Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft, warnt vor einer Kreditklemme, welche gerade für den Bereich Immobilienwirtschaft gravierende Folgen hätte. “Eine Kreditklemme könnte den Aufschwung in der Immobilienwirtschaft schon im Keim ersticken“, ließ der BSI gestern in Berlin verlauten.
Ein wichtiger Faktor ist und bleibt die geplante Änderung der Eigenkapitalvorschriften für die Banken, die in nicht allzu langer Zeit umgesetzt werden soll. Der Vorsitzende des BSI, Walter Rasch, sagte gestern dazu: „Diese Maßnahmen sind kontraproduktiv. Schlagartig steigende Eigenkapitalanforderungen gerade an die risikoarm agierenden Banken, die sichere Immobilienkredite ausreichen, führen dazu, dass künftig noch weniger Kreditvergabespielräume zur Verfügung stehen. Ein konjunktureller Aufschwung ist unter diesen Bedingungen nicht zu erreichen“.
Die Konjunkturprognose des DIW verspricht den Aufschwung, doch es bleiben ungewisse Faktoren wie der Arbeitsmarkt, der stark davon abhängt, wie schnell die Kreditklemme nachhaltig eingedämmt werden kann. Immerhin wird laut DIW die befürchtete Inflation bislang ausbleiben. Für dieses Jahr und auch für 2011 wird nur eine „mäßige Preissteigerung“ erwartet. Doch mittelfristig sieht das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hier Probleme auf Deutschland zukommen.
So hieß es heute aus dem DIW in Berlin: „Auf mittlere Sicht sieht das DIW Berlin allerdings eine erhebliche Inflationsgefahr, da nicht auszuschließen ist, dass die Notenbanken den schrittweisen Ausstieg aus der ultraleichten Geldpolitik verpassen. Angesichts der in den Industrieländern schwierigen Finanzlage der öffentlichen Hand könnte es für den Staat attraktiv erscheinen, eine Entschuldungspolitik über die Inflation zu betreiben. Daher ist der Vorschlag des IWF, das Inflationsziel zu erhöhen, abzulehnen.“
Es bleibt also viel zu tun. Auch die Staatsverschuldung muss eingedämmt werden, ebenso werden strengere Regeln für die Finanzmärkte kommen müssen – wie sie aktuell auch der Internationale Währungsfonds fordert, und sie wohl auch umsetzen wird, wenn die einzelnen Staaten der Weltgemeinschaft auch gemeinschaftlich mitziehen werden.

