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Wirtschaft

Kommt eine einheitliche Mehrwertsteuer für ganz Europa?

07. Dezember 2011 –

Europa ist zu einem Staatenbund geworden, in dem vieles vereinheitlicht wurde, nicht zuletzt auch die Gesetzliche Einlagensicherung, die EU-weit inzwischen 100.000 Euro je Kunde beträgt. Nur bei der Mehrwertsteuer gibt es noch hohe Unterschiede, und es ist an der Zeit, über eine Vereinheitlichung dieser Steuer, die den Staaten hohe Einnahmen bringt, nachzudenken.

Und genau dies tut die Steuerkommission der Europäischen Union nun. Bislang ist der Handel über Landesgrenzen hinaus nicht immer gerade einfach. Die unterschiedlichen Mehrwertsteuersätze der einzelnen EU-Staaten birgt für die Unternehmen einen hohen Verwaltungsaufwand – der erst einmal bezahlt werden muss.

Zudem sind unterschiedliche Mehrwertsteuersätze auch ein Ansatz für Betrüger, die jedes Jahr in ganz Europa für 12 Prozent Einbußen bei den MwSt.-Einnahmen sorgen. Ein guter Grund, diesem Einhalt zu gebieten, in dem die Mehrwertsteuer der einzelnen Staaten aneinander angeglichen werden.

Bislang gibt es nur die Regelung, dass die EU-Mitgliedsstaaten mindestens 15 Prozent Mehrwertsteuer verlangen müssen. Untergraben wird diese jedoch Vorgabe jedoch durch die Erhebung von ermäßigten Mehrwertsteuersätzen, in Deutschland liegen diese bei 7 Prozent und gelten beispielsweise für Grundnahrungsmittel und Bücher, während der reguläre Satz mittlerweile bei 19 Prozent liegt.

Im kommenden Jahr will die EU-Kommission Gesetzespläne in Sachen Mehrwertsteuer-Reform vorlegen. Ob diese dann auch angenommen und umgesetzt werden, steht jedoch auf einem ganz anderen Blatt.

Entscheidungen über Steuerfragen müssen immer einheitlich gefällt werden. Verweigert ein europäisches Land die Zustimmung, dann kann keine Gesetzesänderung vorgenommen werden. Dennoch könnte es zumindest zu Vereinfachungen kommen, um dem Mehrwertsteuer-Betrug einen Riegel vorzuschieben und nicht weiter massive Einnahmenverluste hinnehmen zu müssen. Denn die Schuldenkrise zeigt vor allem auch eines: die Staaten in Europa benötigen Geld, und entgangene Mehrwertsteuer im zweistelligen Prozentbereich kann dann richtig wehtun.

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