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Wirtschaft

Fluglinien leiden unter Vulkanaschewolke aus Island

20. April 2010 – admin

Die Zeiten sind nicht leicht für Unternehmen. Die Wirtschaftskrise ist erst halbwegs überstanden, und dann kommt wieder Ungemach aus Island. Diesmal jedoch nicht die Verstaatlichung von Pleitebanken wie es unter anderem bei der Kaupthing Edge der Fall gewesen war – sondern eine Vulkanaschewolke, die den Flugverkehr in Deutschland fast völlig lahm gelegt hat.

Die Fluglinien leiden sehr unter den Folgen der Folge. Flieger müssen am Boden bleiben, Ausfälle müssen finanziert werden und auch zum Teil die Unterbringungskosten für Passagiere und / oder Bahnfahrkarten als Ersatz für ausgefallene Flüge.

In der Folge sind die Aktienkurse gesunken, doch nicht nur die Fluggesellschaften wie die Deutsche Lufthansa ächzen wegen Aschewolke, die aus Islands Vulkan Eyjafjallajökull heraus über Europa zieht. Auch viele deutsche Unternehmen sind von den Flugausfällen betroffen.

Waren, die exportiert werden, können nicht ins Ausland geliefert werden. Die Hannover Messe 2010 muss auf einige ihrer Aussteller verzichten, deren Ausstellungsgüter zwar geliefert werden konnten, die Mitarbeiter aber aufgrund des Aschewolke-Flugverbots nicht nach Deutschland fliegen konnten. Auch innerhalb von Deutschland stockt der Transport von Waren. Binnenflüge können nicht getätigt werden, wichtige Waren bleiben deswegen irgendwo stecken.

In wie weit die Vulkanaschewolke und ihre Folgen auf die deutsche Wirtschaft Einfluss nehmen werden, ist noch nicht absehbar. Der DAX als deutscher Leitindex leidet jedoch weiter unter den negativen Nachrichten aus dem deutschen Luftraum. Zwar konnte der DAX im Plus starten, aufgrund der guten Zahlen aus dem Hause Daimler, dann ging es jedoch wieder ins Minus, auch für die Deutsche Lufthansa.

Immerhin bleibt der Leitindex über den wichtigen 6.000 Punkten, ein Aufwärtstrend könnte demnach wieder in Sicht sein, wenn die Wolke aus Asche endlich vorübergezogen ist. Wann dies der Fall sein wird, kann nicht gesagt werden. Experten können zwar Auskunft darüber geben, wann ein Vulkan ausbricht, aufgrund der seismischen Aktivitäten, wann er jedoch wieder aufhört zu spucken, kann niemand sagen.

Der Chefvolkswirt der Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), Volker Treier, hat dem Fernsehsender n-tv ein kurzes Interview gegeben zu den Folgen der Luftraumsperrung für die Wirtschaft. Dieses sagt viel darüber aus, was die Vulkanasche wirklich für die deutsche Konjunktur bedeutet. Jeder Tag mehr kostet demnach eine Menge Geld:

“35 bis 40 Prozent des internationalen Handels werden per Luftfracht abgewickelt und wenn man weiß, wie viel am deutschen Bruttoinlandsprodukt der Export ausmacht, dann sieht man an diesen Zahlen, dass da durchaus mehr Musik dahinter steckt, wenn jetzt ganze Flughäfen vorübergehend stillgelegt sind. Wir haben 1000 Milliarden deutschen Export und wenn Sie da 35 Prozent nehmen, dann sind Sie bei 350 Milliarden und das auf einen Tag runter gebrochen: fehlen uns dann eine Milliarde. Das ist nicht wenig.” (Quelle: n-tv)

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