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Wirtschaft

Flexstrom-Pleite: Müssen Kunden noch Jahre auf ihr Geld warten?

16. April 2014 –

Im vergangenen Jahr ging der Stromdiscounter Flexstrom pleite, und immer noch müssen die Kunden auf ihr Geld warten. Und dies könnte durchaus noch lange nicht das Ende der Wartezeit für die ehemaligen Flexstrom-Kunden sein, wie nun bekannt wurde. Nach derzeitigem Stand der Dinge kann es sein, dass die Gläubiger des insolventen Unternehmen möglicherweise bis 2017 auf ihr Geld warten müssen.

835.000 Gläubiger für ein Unternehmen

Ein Unternehmen geht in die Insolvenz und lässt mal mehr, mal weniger hohe offene Forderungen und damit Gläubiger zurück. Im Falle von Flexstrom geht es dabei richtig in die hohen Zahlen. Auf eine Forderungssumme von einer halben Milliarde Euro kommt eine sehr ungewöhnlich hohe Anzahl von Gläubigern mit gleich 835.000.

Davon haben laut Insolvenzverwalter mittlerweile gut 600.000 Gläubiger ihre Forderungen angemeldet, zusammen kommt dabei laut Rechtsanwältin Astrid Düring eine Forderungssumme von 511 Millionen Euro. Damit ist der Fall der Flexstrom-Pleite das größte jemals in Deutschland durchgeführte Insolvenzverfahren – gemessen an der Zahl der Gläubiger eines Unternehmens.

Insolvenzmasse noch nicht komplett

Ob die Gläubiger sich Hoffnungen machen können auf eine komplette Rückzahlung ihrer offenen Forderungen, oder ob sie jeweils nur einen Teilbetrag erhalten werden, kann bislang nicht gesagt werden. Laut Insolvenzverwaltung ist die Insolvenzmasse noch nicht komplett und das Verfahren könnte sich bis 2017 hinziehen. Zumindest könnten die Gläubiger einen Teil ihres Geldes wiedersehen, laut Düring wird es voraussichtlich eine Quote geben.

Doch wie viel die Stromkunden selbst von ihrem Geld wiedersehen werden, ist mehr als fraglich. Letztlich sind sie es, die auch nach Aussagen der Stiftung Warentest „mit ihren Ansprüchen weit hinten rangieren“ mit ihren Ansprüchen, wie die „WELT“ dazu schreibt.

Dies bedeutet möglicherweise letztlich auch, dass zwar die vorrangigen Gläubiger wie zum Beispiel das Finanzamt bedient werden, nachrangige Gläubiger wie die betroffenen Kunden des Unternehmens nahezu leer ausgehen könnten.

Vorsicht Billigstromanbieter?

Nach wie vor werfen die Pleiten von Billigstromanbietern wie Flexstrom und auch wie TelDaFax natürlich die Frage auf, in wie weit Verbraucher bei solchen Stromdiscountern aufpassen sollten. Dabei ist nicht jeder Anbieter von günstigem Strom nicht zugleich auch ein Kandidat für eine spätere Pleite, dennoch sollten Stromkunden vorab schon einiges bedenken, um nicht später entweder Jahre auf ihr Geld warten zu müssen – oder es gegebenenfalls gar nicht mehr wieder zu sehen.

Raten können wir deshalb nur eines: Finger weg von Vorkassezahlungen für gleich mehrere Monate und Finger weg auch von Kautionszahlungen. Ein guter Anbieter im Bereich der Energieversorgung arbeitet mit monatlichen Abschlagszahlungen, die dann in der jährlichen Abrechnung verrechnet werden. Muss dann nachgezahlt werden, bekommt der Kunde eine entsprechende Zahlungsaufforderung, gibt es eine Gutschrift, bekommt die Kunde dieser entweder auf das Girokonto überwiesen, oder aber auf Wunsch auch mit der nächsten Abrechnung gut geschrieben.

Finger weg sollten Verbraucher auch lassen, wenn ein Stromdiscounter einen Bonus anbietet. Zwar hört sich ein solcher Bonus immer schön an in der Werbung, kommt jedoch oft nicht zur Auszahlung. Und da die Gerichte in Deutschland hierzu immer noch unterschiedlicher Ansicht sind und es noch kein höchstrichterliches Urteil dazu gibt, sollten Strom- und Gaskunden vielleicht am besten einfach schon vorab abwinken, wenn sie ein solches Angebot sehen.

Natürlich gibt es auch unter der ganzen Masse von Angeboten auch die guten Stromanbieter, die günstige Tarife anbieten. Mit einem guten Stromvergleich lassen sich diese auch finden. Wenn dabei die Anbieter außer Acht gelassen werden, die Vorkasse und gegebenenfalls Kaution verlangen und die Anbieter, die einem einen Bonus schmackhaft machen wollen!

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