Es ist und bleibt ein Thema, die Finanzkrise in Griechenland. Auch wenn der Euro-Rettungsschirm bereits gezurrt ist, dennoch bleibt die Aufmerksamkeit auf das Land am Mittelmeer gerichtet. Und so kam es, wie es kommen musste, Griechenland wurde nun auch von der Ratingagentur Moody´s herabgestuft, und das um gleich vier Stufen auf nur noch ein “Ba1“.
Und dies nach einem vorherigen Rating von “A3″. Dennoch ist der Ausblick der großen Ratingagentur für das überschuldete Land stabil, da kein Staatsbankrott in Sicht ist. Interessant ist hier vor allem die Wende, die Moody´s in dem Ausblick gemacht hat – wo doch die gleiche Ratingagentur noch vor wenigen Monaten für Griechenland einen schleichenden Tod prophezeit hatte.
Beim letzten Ramsch-Rating für Griechenland, durch die andere große Ratingagentur Standard & Poor’s, zeigte sich sogleich eine starke Auswirkung auf den Euro, der in der Folge fast beständig fiel. Heute aber zeigt sich die Gemeinschaftswährung wieder einmal von ihrer sonnigen Seite – und steigt trotz der großen Herabstufung.
Denn: Die Nachfrage nach irischen und spanischen Staatsanleihen, die per Auktion veräußert werden, ist groß. Dies beruhigt die Anleger und lässt den Euro auf aktuell 1,2261 US Dollar steigen.
Überhaupt zeigt sich heute eine interessante Tendenz. Während sich die Anleger in den vergangenen Monaten schnell von schlechten Nachrichten verunsichern ließen, ist heute ein positiver Trend zu verzeichnen. Heute kam folgende Nachricht vom ZEW, dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung:
„Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sind im Juni 2010 um 17,1 Punkte gefallen und liegen nun bei 28,7 Punkten nach 45,8 Punkten im Vormonat. Mit diesem Wert befinden sie sich leicht über ihrem historischen Mittelwert von 27,4 Punkten.“
Und während sonst eine Reaktion der Abschwächung der Börse auf diese Nachricht hätte folgen müssen, geht der DAX ebenso ins Plus wie der MDAX und der SDAX. Es scheint, als wäre den Anlegern so langsam egal, was an Prognosen kommen würde, weil ob sie sich bewahrheiten oder nicht, zeigt sich sowieso erst irgendwann.
Dies erinnert auch stark an die Zeiten in der Krise, in der die Verbraucher trotz schlechter Prognosen trotzdem in erstaunlich guter Kauflaune waren. Die Anleger in Deutschland scheinen nun diesem Verbraucheroptimismus zu folgen und ebenfalls das Interesse zu verlieren an schlechten Prognosen. Denn erstens kommt es sowieso anders und zweitens als der Pessimist immer denkt…


