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Wirtschaft

Erwerbstätigenzahl im 1. Quartal 2014 weiter gestiegen

20. Mai 2014 –

Wie die heute veröffentlichten vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes ergaben, ist die Zahl der Erwerbstätigen im 1. Quartal dieses Jahres weiter angestiegen. Dabei hatten laut Destatis rund 41,7 Millionen Erwerbstätige in Deutschland ihren Arbeitsort.

Anstieg der Erwerbstätigkeit deutlicher als in den Vorquartalen

Die Zahl der Erwerbstätigen wuchs in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 0,8 Prozent. Und damit deutlicher, als es noch in den beiden Vorquartalen der Fall gewesen war. Im 3. Quartal und im 4. Quartal 2013 hatte der Anstieg der Erwerbstätigenzahl auf 0,6 Prozent gelegen, im 2 Quartal 2013 sogar nur auf 0,5 Prozent.

Diese Zahlen lesen sich dann natürlich dann gut, bedeuten sie doch letztlich, dass die Erwerbstätigkeit in Deutschland weiter ansteigt. Und dennoch gibt es ihn, den kleinen Makel, den auch das Statistische Bundesamt nicht verhehlen kann: gegenüber dem letzten Quartal des vergangenen Jahres gab es einen Rückgang bei der Erwerbstätigkeit mit Arbeitsort Deutschland.

Rückgang im Vergleich zum Vorquartal

Doch während die Erwerbstätigenzahl im Jahresvergleich gestiegen ist, gab es einen Rückgang im Vergleich zum 4. Quartal 2014. Hier sank die Zahl der Erwerbstätigen in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 1,1 Prozent und damit um 476.000 Personen.

Und dennoch sind diese Zahlen nicht nur negativ zu bewerten, sondern bei genauerer Betrachtung ergibt sich sogar ein positives Bild. Destatis schreibt dazu in der die Zahlen begleitenden Presseerklärung: „Ein Rückgang der Erwerbstätigkeit ist im ersten Quartal eines Jahres üblich. Er war aber 2014 aufgrund des milden Winters geringer als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre“. Durchschnittlich ging die Zahl der Erwerbstätigen in den genannten Jahren um 546.000 Personen zurück.

Dies bedeutet letztlich auch, dass sich „nach rechnerischer Ausschaltung der üblichen jahreszeitlich bedingten Schwankungen“, so das Statistische Bundesamt, ein Zuwachs ergab gegenüber dem Vorquartal von plus 0,3 Prozent und damit 127.000 Personen. Und damit eben doch wieder eine positive Richtung, auch wenn sich der Rückgang der Erwerbstätigenzahl zum Vorquartal erst einmal weniger schön anhören mag.

Dienstleistungsbereiche sorgen für Anstieg der Gesamterwerbstätigenzahl

Vor allem die Dienstleistungsbereiche sind es laut Statistischem Bundesamt, die im 1. Quartal 2014 zum Anstieg der Gesamterwerbstätigenzahl im Vergleich mit dem 1. Quartal 2013 geführt haben. Dabei gab es laut Destatis die größte Gewinne hinsichtlich der Beschäftigung bei den Unternehmensdienstleistern. In diesem Bereich gab es ein Plus von 2,6 Prozent und damit um 140.000 Personen.

An zweiter Stelle lagen die Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit, die auf ein Plus von 117.000 erwerbstätigen Personen und damit einem Zuwachs von 1,2 Prozent kamen. Ein weniger deutliches Plus, aber immer noch eine Zunahme, gab es im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe mit plus 0,4 Prozent und 36.000 mehr erwerbstätigen Personen als noch im 1. Quartal des vergangenen Jahres.

Destatis wies zudem darauf hin, dass der Zuwachs in den Bereichen Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit sowie Handel, Verkehr und Gastgewerbe im 1. Quartal dieses Jahres „größer als in den vier Quartalen des Jahres 2013“ war. Dies stimmt möglicherweise durchaus zuversichtlich, dass es auch im Verlauf dieses Jahres zu einem weiteren Anstieg der Erwerbstätigenzahl in diesen Dienstleistungsbereichen kommen wird.

Produzierendes Gewerbe und Baugewerbe ebenfalls mit Zunahme

Wie das Statistische Bundesamt aufgrund der vorläufigen Berechnungen vermelden konnte, stieg sowohl im Produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) wie auch im Baugewerbe die Zahl der Erwerbstätigen im 1. Quartal 2014 an. Im Produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) gab es dabei eine Zunahme um 0,4 Prozent und damit um 34.000 Personen. Im Baugewerbe stieg die Erwerbstätigenzahl in den ersten drei Monaten dieses Jahres im Vergleich mit dem 1. Quartal des Vorjahres um 0,5 Prozent und damit um 12.000 Personen an.

Einen weiteren Rückgang gab es hingegen im Bereich Land- und Forstwirtschaft, Fischerei. Hier ging die Zahl der Erwerbstätigen um 0,5 Prozent und damit um 3.000 Personen zurück. Dennoch stimmen auch diese Zahlen weniger bedenklich als die Zahlen aus dem Jahr 2013, in dem der Rückgang laut Destatis noch 3,4 Prozent und damit 23.000 Personen betragen hatte.

Deutlicher Anstieg der durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden

Wie die IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit) berechnete, stieg die Anzahl der durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigem im 1. Quartal 2014 gegenüber dem 1. Quartal des vergangenen Jahres um 2,0 Prozent an.

Durchschnittlich wurden damit je Person 358,3 Stunden je Erwerbstätigem geleistet in den ersten drei Monaten dieses Jahres. Als Grund dafür werden die höhere Zahl an Arbeitstagen benannt sowie der Überstunden. Zudem gab es beim Krankenstand geringere Werte, was natürlich zu weniger Ausfällen seitens der Erwerbstätigen und damit zugleich der Arbeitsstunden führte.

Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen aller Erwerbstätiger in Deutschland stieg damit in den ersten drei Monaten dieses Jahres gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,8 Prozent an mit einer geleisteten Gesamtstundenzahl von 15,0 Millionen Arbeitsstunden.

Erwerbstätige mit Arbeitsort in Deutschland nach Wirtschaftsbereichen

Wirtschaftsbereich 2011 2012 2013 2014
1. Vj 2. Vj 3. Vj 4. Vj 1. Vj
Personen in 1 000
Land- und Forstwirtschaft, Fischerei 674 668 616 682 659 626 613
Produzierendes Gewerbe ohne Baugewerbe 7 724 7 838 7 822 7 820 7 876 7 909 7 856
darunter:
Verarbeitendes Gewerbe 7 162 7 274 7 270 7 264 7 314 7 345 7 300
Baugewerbe 2 423 2 460 2 404 2 470 2 520 2 510 2 416
Handel, Verkehr, Gastgewerbe 9 503 9 579 9 482 9 575 9 630 9 660 9 518
Information und Kommunikation 1 213 1 245 1 258 1 249 1 235 1 244 1 251
Finanz- und Versicherungsdienstleister 1 202 1 198 1 190 1 184 1 188 1 196 1 185
Grundstücks- und Wohnungswesen 446 450 449 449 454 450 446
Unternehmensdienstleister 5 370 5 448 5 431 5 518 5 646 5 659 5 571
Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit 9 565 9 663 9 704 9 740 9 750 9 869 9 821
Sonstige Dienstleister 3 032 3 059 3 038 3 062 3 071 3 091 3 061
Veränderung gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum in %
Land- und Forstwirtschaft, Fischerei 2,9 – 0,9 – 3,3 – 4,3 – 3,8 – 1,7 – 0,5
Produzierendes Gewerbe ohne Baugewerbe 1,8 1,5 0,6 0,3 0,0 0,2 0,4
darunter:
Verarbeitendes Gewerbe 1,9 1,6 0,7 0,4 0,0 0,3 0,4
Baugewerbe 2,2 1,5 0,9 0,7 0,8 0,5 0,5
Handel, Verkehr, Gastgewerbe 1,4 0,8 0,1 0,1 0,1 0,1 0,4
Information und Kommunikation 1,3 2,6 2,3 0,9 – 1,3 – 1,5 – 0,6
Finanz- und Versicherungsdienstleister – 0,7 – 0,3 – 0,6 – 0,8 – 0,7 – 0,4 – 0,4
Grundstücks- und Wohnungswesen 0,9 0,9 0,9 0,2 0,0 – 1,1 – 0,7
Unternehmensdienstleister 4,1 1,5 1,3 1,8 2,6 2,5 2,6
Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit 0,1 1,0 1,1 1,1 1,1 0,9 1,2
Sonstige Dienstleister 0,1 0,9 – 0,0 – 0,3 0,5 0,9 0,8

Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008).
Vj = Vierteljahr

Erwerbstätige in Deutschland und geleistete Arbeitsstunden

Jahr,
Vierteljahr
Erwerbstätige Geleistete Arbeitsstunden
insgesamt Arbeit-
nehmer
Selbst-
ständige
insgesamt je
Erwerbstätigen
Personen in 1 000 Millionen Stunden Stunden
2011 41 152 36 604 4 548 57 835 1 405,4
2012 41 608 37 060 4 548 57 973 1 393,3
2013 41 847 37 378 4 469 58 052 1 387,2
2011 1.Vj 40 588 36 070 4 518 14 656 361,1
2.Vj 41 064 36 502 4 562 13 667 332,8
3.Vj 41 343 36 780 4 563 14 743 356,6
4.Vj 41 611 37 065 4 546 14 770 354,9
2012 1.Vj 41 145 36 600 4 545 14 881 361,7
2.Vj 41 545 36 974 4 571 13 643 328,4
3.Vj 41 779 37 219 4 560 14 759 353,3
4.Vj 41 961 37 448 4 513 14 690 350,1
2013 1.Vj 41 394 36 925 4 469 14 545 351,4
2.Vj 41 749 37 276 4 473 13 801 330,6
3.Vj 42 029 37 554 4 475 14 930 355,2
4.Vj 42 214 37 758 4 456 14 776 350,0
2014 1.Vj 41 738 37 316 4 422 14 954 358,3
Veränderung gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum in %
2011 1,4 1,4 1,6 1,5  0,1
2012 1,1 1,2 0,0 0,2 – 0,9
2013 0,6 0,9 – 1,7 0,1 – 0,4
2011 1.Vj 1,4 1,4 1,6 3,1 1,7
2.Vj 1,4 1,3 2,1 1,5 0,1
3.Vj 1,4 1,3 1,6 1,2 – 0,1
4.Vj 1,3 1,4 1,2 – 0,0 – 1,4
2012 1.Vj 1,4 1,5 0,6 1,5 0,2
2.Vj 1,2 1,3 0,2 – 0,2 – 1,3
3.Vj 1,1 1,2 – 0,1 0,1 – 0,9
4.Vj 0,8 1,0 – 0,7 – 0,5 – 1,4
2013 1.Vj 0,6 0,9 – 1,7 – 2,3 – 2,8
2.Vj 0,5 0,8 – 2,1 1,2 0,7
3.Vj 0,6 0,9 – 1,9 1,2 0,5
4.Vj 0,6 0,8 – 1,3 0,6 – 0,0
2014 1.Vj 0,8 1,1 – 1,1 2,8 2,0

 

Quelle Tabellen: Destatis (Statistisches Bundesamt) 

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