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Wirtschaft

Insolvenzen von Januar bis September 2014 rückläufig

05. Dezember 2014 –

Das Statistische Bundesamt hat heute die Zahlen zu den Unternehmensinsolvenzen und Verbraucherinsolvenzen in den ersten neun Monaten dieses Jahres veröffentlicht.

Dabei wird deutlich: Trotz der immer noch schwelenden Krise in der Euro-Zone und den geopolitischen Verwerfungen in der Welt mussten von Januar bis September 2014 insgesamt sowohl weniger Unternehmen wie weniger Privatpersonen Insolvenz anmelden.

Deutlicher Rückgang bei Unternehmensinsolvenzen

In den ersten drei Quartalen dieses Jahres gab die Zahl der Insolvenzanträge von Unternehmen nach Angaben von Destatis nach. Nur noch 18.199 Unternehmen meldeten in diesem Zeitraum Insolvenz an, was gegenüber den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres einen Rückgang von 8,7 Prozent bedeutet.

Beantragte Unternehmensinsolvenzen nach Wirtschaftszweigen in Deutschland Januar bis September 2014

Wirtschaftszweig Verfahren insgesamt Anzahl
Insgesamt 18 199
Land- und Forstwirtschaft, Fischerei 111
Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden 6
Verarbeitendes Gewerbe 1 333
Energieversorgung 122
Wasserversorgung; Abwasser und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen 66
Baugewerbe 3 052
Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen 3 469
Verkehr und Lagerei 1 330
Gastgewerbe 1 741
Information und Kommunikation 587
Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen 485
Grundstücks- und Wohnungswesen 587
Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen  und technischen Dienstleistungen 2 082
Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen 1 624
Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung
Erziehung und Unterricht 179
Gesundheits- und Sozialwesen 380
Kunst, Unterhaltung und Erholung 392
Sonstige Dienstleistungen 653

Quelle: Destatis

Anstieg der Insolvenzen von Unternehmen im September

Einen kleinen Makel hat die schön klingende Zahl beim Rückgang der Insolvenzanträge von Unternehmen in den ersten neun Monaten dann leider doch. Gegenüber dem Vorjahresmonat September 2013, kam es im September 2014 zu einem Anstieg der Unternehmensinsolvenzen. Insgesamt stellten im September dieses Jahres 2.054 Unternehmen einen Antrag auf Insolvenz, was gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg von 2,7 Prozent bedeutet.

Großer Kreditvergleich

Bei den Verbraucherinsolvenzen kam es indes im September dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahresmonat zu einem Rückgang der Insolvenzanträge um 7,3 Prozent. Nur noch 6.861 Privatpersonen stellten damit einen Antrag auf Insolvenz bei einem der deutschen Amtsgerichte.

Ebenfalls einen Anstieg gab es bei den Insolvenzanträgen von ehemals selbstständig Tätigen, diese Zahl stieg im September 2014 im Vergleich mit September 2013 um 0,7 Prozent auf 1.697 Anträge an. Bei Nachlässen und Gesamtgut gab es im gleichen Zeitraum einen Anstieg um 1,6 Prozent auf 250 Insolvenzanträge.

Unternehmensinsolvenzen in Deutschland-Prognose

© Statista.com

Wirtschaftsbereich Handel führt Top 3 an

  • Nach wie vor am stärksten von Insolvenzen betroffen ist der Wirtschaftsbereich Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftwagen). In den Monaten Januar bis September 2014 stellten aus diesem Gewerbebereich 3.469 Unternehmen einen Antrag auf Insolvenz.
  • Ebenfalls über 3.000 Insolvenzanträge gab es im Baugewerbe in den ersten neun Monaten dieses Jahres. Aus diesem Bereich meldeten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 3.052 Unternehmen Insolvenz im genannten Zeitraum an.
  • An dritter Stelle der unrühmlichen Top 3 der Unternehmensinsolvenzen stand in den ersten drei Quartalen dieses Jahres der Wirtschaftsbereich Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen. Aus diesem Bereich gab es 2.082 Anträge auf Insolvenz von Unternehmen, was zugleich eine deutlich niedrigere Anzahl als im Wirtschaftsbereich Handel und im Baugewerbe darstellt.

Durchschnittlich eine Million Euro Forderungen je Unternehmen

Wie Destatis heute weiter mitteilt, betrugen die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus den Insolvenzanträgen von Unternehmen in den ersten neuen Monaten des laufenden Jahres knapp 20,2 Milliarden Euro. Damit lag nach Angaben der bundesdeutschen Statistikbehörde die durchschnittliche Forderungshöhe je Insolvenzantrag eines Unternehmens auf etwa einer Million Euro.

Privatinsolvenzen trotz neuem Insolvenzrecht rückläufig

Neben der Zahl der Insolvenzanträge von Unternehmen ging auch die Zahl der Anträge von Privatpersonen zurück. In den Monaten Januar bis September 2014 meldeten insgesamt 65.255 Verbraucher Insolvenz bei einem Amtsgericht in Deutschland an. Damit sank die Zahl gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr um 5,8 Prozent.

Interessant ist hierbei vor allem eines: Die Zahlen von Verbraucherinsolvenzen sind weiter rückläufig, obwohl seit Sommer dieses Jahres ein neues Insolvenzrecht für Privatpersonen gilt. Dieses sollte die Insolvenzen von Verbrauchern vereinfachen, erntete jedoch von verschiedenen Seiten Kritik. Einen Anstieg der Insolvenzen von Privatpersonen hat es bislang nicht gebracht, wie die vorliegenden Zahlen von Destatis zeigen.

Insgesamt wurden in den ersten neun Monaten dieses Jahres 101.935 Anträge auf Insolvenz gestellt. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet dies einen Rückgang um 5,2 Prozent.

Ratgeber zu aktuellen Änderungen 2014 bei Verbraucherinsolvenzen

Statistisches Bundesamt erwartet Rückgang fürs Gesamtjahr 2014

Für das gesamte Jahr 2014 erwartet Destatis ebenfalls einen Rückgang in der Zahl der Insolvenzen. Sowohl bei der Zahl der Unternehmensinsolvenzen, bei der Zahl der Verbraucherinsolvenzen wie bei der Gesamtzahl erwartet das Statistische Bundesamt rückläufige Zahlen.

Bei den Unternehmensinsolvenzen werden für das laufende Jahr insgesamt rund 24.500 Anträge auf Insolvenz erwartet. In 2013 lag die Zahl der Insolvenzanträge von Unternehmen in Deutschland insgesamt bei 25.995 Fällen.

Bei den Verbraucherinsolvenzen geht Destatis nach einer Gesamtzahl von 91.200 Fällen im vergangenen Jahr von rund 87.000 Privatinsolvenzen in diesem Jahr aus. Insgesamt erwartet das Statistische Bundesamt für 2014 rund 135.700 Anträge auf Insolvenz bei den deutschen Amtsgerichten im Jahr 2013 waren insgesamt 141.332 Insolvenzanträge gestellt worden.

Beantragte Insolvenzverfahren in Deutschland

Insolvenzverfahren Januar bis September 2014 Veränderung gegenüber Vorjahreszeitraum in % September 14 Veränderung gegenüber September 2013 in %
Insgesamt 101 935 – 5,2 10 927 – 5,6
Unternehmen 18 199 – 8,7 2 054 2,7
Übrige Schuldner 83 736 – 4,4 8 873 – 7,3
davon:
Verbraucher 65 255 – 5,8 6 861 – 8,4
natürliche Personen als Gesellschafter 668 – 22,0 65 – 55,8
ehemals selbstständig Tätige* 15 469 1,1 1 697 0,7
Nachlässe und Gesamtgut 2 344 7,2 250 1,6

* Vereinfachte Insolvenzverfahren/Verbraucherinsolvenzverfahren und Regelinsolvenzverfahren.
Quelle: Destatis

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