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Wirtschaft

Zinsen und Dividenden – Freistellungsauftrag noch 2014 stellen und Steuern sparen

15. Dezember 2014 –

Spätestens zum Ende eines Jahres hin kommt die Zeit, in der Sparer und Anleger an das Thema Freistellungsauftrag denken sollten. Nicht jeder Bundesbürger hat sich bislang damit befasst und zahlt deshalb auf seine Zinserträge aus Kapitalanlagen, zu denen auch Sparbücher gehören, Steuern.

Die Abgeltungssteuer, die für Kapitalerträge fällig wird, beträgt 25 Prozent, dazu wird davon der Soli mit 5,5 Prozent berechnet und ebenfalls vom Zinsertrag abzogen. Bei Anlegern, die in der beiden Staatskirchen Mitglied sind, wird außerdem noch Kirchensteuer fällig.

Was ist ein Freistellungsauftrag überhaupt?

© nmann77 - Fotolia.comNicht jeder Sparer weiß, was der für ihn wichtige Freistellungsauftrag ist. Während die Banken und Sparkassen einen solchen früher bei der Eröffnung eines Sparkontos oder anderen Anlagekontos automatisch an den Kunden weitergereicht bzw. diesen für ihn ausgefüllt haben, ist dies heute nicht immer der Fall. Dies geht natürlich zu Lasten der Sparer, die so, wenn sie nicht wissen, was ein Freistellungsauftrag ist, Steuern auf die Zinsen zahlen müssen, die sie für ihre Ersparnisse erhalten.

Mit einem Freistellungsauftrag mehr von Zinsen profitieren!

Dabei ist ein Freistellungsauftrag eine gute Sache. Führt er doch dazu, dass Sparer und Anleger bis zu einem bestimmten Betrag keine Steuern auf ihre Zinsen und Kapitalerträge zahlen müssen.

Kein Freistellungsauftrag = für jeden Cent Zinsen und Dividende Abgeltungssteuer

Normalerweise gelten für Zinserträge in Deutschland bestimmte Pauschbeträge. Das heißt, Sparer haben Freibeträge, bis zu deren Höhe keine Steuern anfallen für Zinsen wie für Dividenden und Gewinne aus Aktienverkäufen. Wird dieser so genannte Sparerpauschbetrag überschritten oder es wurde erst gar kein Freistellungsauftrag gestellt für die Zinserträge, fällt auf diese die bereits oben genannte Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag plus gegebenenfalls Kirchensteuer an. Diese werden von der Bank oder Sparkasse dann automatisch an das zuständige Finanzamt überwiesen.

Das heißt: Stellt ein Sparer keinen Freistellungsauftrag, obwohl er die Obergrenze des Sparerpauschbetrags noch gar nicht überschritten hat, zahlt er Steuern, die er eigentlich gar nicht zahlen müsste.

Warum kein Freistellungsauftrag gestellt wurde

Die Gründe, wieso Sparer diesen wichtigen Auftrag nicht erteilen, können vielfältig sein. Ein Teil der Sparer wird einfach schlichtweg nicht wissen, was ein Freistellungsauftrag ist oder aber, dass er durch diesen Steuern sparen kann. Ein weiterer Teil wird einfach zu bequem sein und lieber Steuern zahlen, als sich ein paar Minuten die Zeit zu nehmen, einen Freistellungsauftrag zu erstellen.

In beiden Fällen passiert eines: Durch das Nichtstellen des Freistellungsauftrag wird die Abgeltungssteuer auf die Zinserträge fällig. Das Handeln bzw. Nichthandeln hat damit klare Konsequenzen, die Sparer mit barer Münze bzw. mit dem automatischen Abzug von Steuern bezahlen müssen.

Wie viel kann ich durch einen Freistellungsauftrag sparen?

Geld sparen mit FreistellungsantragDer Sparerpauschbetrag, bis zu dessen Höhe keine Abgeltungssteuer fällig wird, liegt bei 801 Euro für Alleinstehende. Für Verheiratete gilt, zusammen genommen, ein doppelter Sparerpauschbetrag, von 1.602 Euro. Bis zu dieser Höhe fällt keine Abgeltungssteuer an, die Zinserträge sind damit steuerfrei. Zumindest insofern ein Freistellungsauftrag für diese Kapitalerträge gestellt wurde.

Auf welche Kapitalerträge kann ich damit Steuern sparen?

Für Sparer und Anleger stellt sich beim Thema Freistellungsauftrag natürlich zugleich die wichtige Frage, auf was sie überhaupt Steuern sparen können damit. Die gute Nachricht: Der Sparerpauschbetrag gilt nicht allein nur für die Zinserträge, welche durch die Ersparnisse erwirtschaftet werden, sondern auch für die Dividenden, welche Aktionäre und Anteilseigner von den jeweiligen Unternehmen ausgeschüttet bekommen.

Das heißt: Wer sonst kein Sparkonto hat, aber Aktien hält und daraus Dividenden bezieht, der sollte dringend einen Freistellungsauftrag stellen. Um nicht Steuern auf die ausgeschütteten Dividenden bezahlen zu müssen. Zudem fällt durch die Freistellung zugleich keine Abgeltungssteuer auf die Gewinne aus Aktienverkäufen an, zumindest bis zum jeweils vereinbarten Zinsbetrag auf dem Freistellungsauftrag – und damit maximal bis zum Erreichen des Sparerpauschbetrags.

Wie kann ich einen Freistellungsauftrag stellen?

Den Auftrag, um mein Sparkonto oder mein Depot von dem Bezahlen von Steuern auf meine Zinserträge und Erträge aus Dividenden zu bewahren, stelle ich direkt bei der jeweils kontoführenden Bank bzw. Sparkasse oder dem jeweiligen Broker. Die Geldinstitute halten für den Freistellungsauftrag extra Formulare vor, die nur noch ausgefüllt und dann an die Bank zurückgegeben werden.

Diese trägt die Freistellung dann in ihr System ein und leitet dann nicht mehr automatisch die Steuern auf die Kapitalerträge an das zuständige Finanzamt weiter, sondern belässt diese auf dem Konto bzw. im Depot des Kunden. Zumindest bis zur Höhe des im Freistellungsauftrag angegebenen Höchstbetrags. Darüber hinaus wird dann Abgeltungssteuer in voller Höhe fällig.

Tipps zur Aufteilung von Freibeträgen

Kann ich bei jeder Bank einen Freistellungsauftrag stellen?

FreistellungsantragEs wäre so schön, würden Freistellungsaufträge nicht nur in Deutschland, sondern europaweit oder gar weltweit gelten. Dies ist aber leider nicht der Fall. Deshalb können die Aufträge zur Freistellung von der Abgeltungssteuer nur bei Banken und Sparkassen gestellt werden, die entweder ihren Sitz in Deutschland haben oder hier zumindest eine Niederlassung führen und damit Freistellungsaufträge annehmen können.

Die Vielzahl der verschiedenen Angebote im Bereich der Sparkonten führenden Banken und Broker weit über Deutschland hinaus, hat jedoch dazu geführt, dass viele Anleger und Sparer ihr Geld über die Grenzen hinaus anlegen. Dann kann kein Freistellungsauftrag gestellt werden, sondern es müssen die Steuern auf die Kapitalerträge gezahlt werden, die im jeweiligen Land anfallen, meist ist dies die so genannte Quellensteuer. Bei der Einkommenssteuererklärung kann diese dann angegeben werden. Ebenso anzugeben sind die weiteren Erträge, auf die keine Steuern fällig wurden.

Muss ich jedes Jahr einen neuen Freistellungsauftrag stellen?

Bei dem bürokratischen Irrsinn, der mitunter in Deutschland Alltag ist, erscheint diese Frage mehr als berechtigt. Dennoch können wir die Sparer und Anleger, die einen Freistellungsauftrag stellen wollen, beruhigen: Nicht in jedem Jahr muss dieser Auftrag neu gestellt werden bei der kontoführenden Bank oder dem Broker.

Es reicht, den Freistellungsauftrag einmal zu stellen. Dieser hat keine bestimmte Frist und läuft solange, wie das Konto selbst besteht. Oder bis zu einer Änderung oder Löschung des Auftrags bei der Bank bzw. dem zuständigen Broker.

Die Frist nicht verpassen – Freistellungsauftrag rechtzeitig stellen!!

Ist noch kein Freistellungsauftrag gestellt, müssen sich Sparer und Anleger spätestens zum Jahresende beeilen. Ist ein solcher nicht bis Ende Dezember gestellt, fällt die Abgeltungssteuer auf alle Zinserträge, auf alle Dividenden und auf alle Gewinne aus Aktienverkäufen an. Ungeachtet des Erreichen oder Nichterreichen des Sparerpauschbetrags. Denn es wurde ja kein Antrag auf Freistellung der Abgeltungssteuer gestellt.

Dabei sollte übrigens bedacht werden, dass man nicht bis auf den letzten Drücker und damit nicht bis zum 31. Dezember eines Jahres warten sollten mit dem Stellen des Freistellungsauftrags. Denn die Banken und Sparkassen in Deutschland arbeiten meist am letzten Tag des Jahres nicht mehr, zumindest nicht in den jeweiligen Filialen. Anträge für das laufende Jahr werden dann nicht mehr bearbeitet und fallen somit ins neue Jahr. Damit hat ein Freistellungsauftrag zwar dann Gültigkeit für das neu begonnene, nicht aber mehr für das abgelaufene Jahr.

Sind mehrere Freistellungsaufträge nebeneinander möglich?

Kann nur ein Freistellungsauftrag gestellt werden, für den dann der volle Sparerpauschbetrag gilt? Oder ist es möglich, mehrere Freistellungsaufträge bei verschiedenen Banken und Sparkassen zu stellen? Die gute Nachricht: Sparer können so viele Aufträge zur Freistellung von der Steuer auf ihre Kapitalerträge stellen, wie sie sollen.

Nicht die Anzahl der Freistellungsaufträge ist dabei entscheidend, sondern die Höhe der darin gesamt freigestellten Zinserträge, Dividenden und Gewinne aus Aktienverkäufen. Insgesamt dürfen diese nicht den Sparerpauschbetrag überschreiten, können aber in beliebiger Höhe gestückelt und in beliebiger Anzahl gestellt werden.

Freistellungsaufträge regelmäßig anpassen

Auch wenn der Freistellungsauftrag nicht jedes Jahr neu gestellt werden muss, ist es wichtig, die gestellten Aufträge regelmäßig nachzuprüfen und gegebenenfalls einer Anpassung zu einer neuen Höhe zu unterziehen.

Dies kann ganz einfach bei der kontoführenden Bank oder dem Broker, der das Depot führt, gemacht werden. Dazu ist kein großer bürokratischer Aufwand nötig. Wichtig dabei ist nur: Insgesamt dürfen die gestellten Freistellungsaufträge nicht über den Sparerpauschbetrag gehen. Zudem sind die Anpassungen bis zum Ende eines Jahres vorzunehmen, damit sie dann noch Gültigkeit haben und die Änderung nicht erst ab dem Folgejahr durchgeführt wird, seitens der Bank oder des Brokers.

Steuervorteile für Ehepaare

Was ist mit der Kirchensteuer?

Auf 2015 ändert sich die Regelung zur Erhebung der Kirchensteuer bei Kapitalerträgen. Das entsprechende Verfahren zum Kirchensteuerabzug wurde vom Gesetzgeber vereinfacht. Bislang mussten die Anleger und Sparer der Bank bzw. Sparkasse oder dem Broker mitteilen, wenn sie Mitglied in einer der beiden Staatskirchen sind. Die Kirchensteuer wurde dann mitsamt der Abgeltungssteuer und dem Soli abgezogen.

Auf den 1. Januar 2015 wurde dies neu geregelt. Dann gilt für den Abzug der Kirchensteuer zur Abgeltungssteuer ein automatisiertes Verfahren. Die Einzelheiten zur Neuerung hat der Gesetzgeber im § 51a Absätze 2b bis e und Absatz 6 Einkommensteuergesetz (EStG) niedergelegt.

Kann ich mir den Steuerabzug auf meine Kapitalerträge wieder zurückholen?

Wer vergessen hat, rechtzeitig einen Freistellungsauftrag zu stellen oder aber einen solchen, aus welchen Gründen auch immer, nicht stellen will, kann die Abgeltungssteuer inklusive Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer auch bei seiner Einkommenssteuererklärung geltend machen.

Dazu ist der von den Kapitalerträgen abgezogene Betrag in der Anlage KAP zur Einkommenssteuererklärung anzugeben. Besonders sinnvoll ist dies, wenn man beispielsweise gleichzeitig Verluste aus Aktienverkäufen hat und diese mit den Steuern, welche auf Kapitalerträge abgezogen wurden, verrechnet haben möchte.

Steuereinnahmen in Deutschland von 2013 bis 2019 laut Steuerschätzung (in Milliarden Euro, ab 2014 geschätzt)

Steuereinnahmen in Mrd. Euro Bund Länder Gemeinden EU Gesamt
2019 322,3 298,3 104,5 35,1 760,3
2018 311 288,6 100,7 34,3 734,6
2017 299,3 278,2 97,1 33,2 707,8
2016 290 268,4 93,6 31,6 683,7
2015 278 259,7 90,2 32,3 660,2
2014 268,9 252,8 87,5 31,7 640,9
2013 (Ist) 259,9 244,2 84,5 31,1 619,7

Alle weiteren Informationen zur Statistik finden Sie auf Statista

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