Manchmal fragt sich der intelligente Zeitgenosse dann doch gerne, ob das, was der Sparkassenverband so gerne von sich gibt, eigentlich dort auch in den eigenen Reihen geglaubt wird. So nun auch wieder, wenn der DSGV-Präsident Haasis um sich tritt und sich gegen neue Regeln für die Sparkassen wehrt. Denn gerne beteuert man die eigene Unschuld und gibt anderen die Schuld. Doch muss nicht jede Bank und jede Sparkasse sich auch selbst hinterfragen, wer die Schuld an der Finanzkrise trägt, und wer dafür bezahlen muss?
Vergessen ist wohl, dass sowohl die Sparkasse Hannover als auch die Haspa, die Hamburger Sparkasse, und die Fraspa, die Frankfurter Sparkasse, ihre Kunden entschädigt haben, Monate nachdem die US-Großbank Lehman-Brothers in die Pleite gegangen war. Vergessen ist wohl, dass die Sparkassen zum Teil Eigentümer der Landesbanken sind – von denen einige kräftig Geld verbraten haben in den vergangenen Jahren.
Vergessen ist, dass die Sparkassen nicht besser sind als andere Banken. Nur versucht man eben, sich ein volksnahes Image zu geben und tut so, als hätte man von allem nichts gewusst. Die Sparkassen waschen ihre Hände in Unschuld, und kommen dann auf die Idee, ihre Kunden vorzuschieben, weil diese doch nicht unter neuen Regelungen für Banken leiden dürften.
„Leider sind Aufsichten und Politik aber dabei, neue Regeln über die gesamte Kreditwirtschaft hinweg einzuführen, ohne die Unterschiede zu berücksichtigen. Ohne zu fragen, welche Geschäfte die Krise ausgelöst haben.“, sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Heinrich Haasis, in einem aktuellen Interview mit der Zeitschrift „Handelsblatt“. Vom Realismus über die eigenen Geschäfte, welche Sparkassen und Landesbanken gemacht und damit Geld verloren haben, ist hier nichts zu finden.
Schuld sind immer ja nur die anderen. Wer jedoch Anderen eine Schuld-Grube graben will, fällt irgendwann selbst in diese hinein, weil er vor lauter Hochmut die eigene Grube übersieht…
Es ist Zeit für eine Bankenregulierung, und zwar umfassend. Zudem darf bei einer Regulierung der Finanzmärkte kein Unterschied zwischen den Instituten gemacht werden. Es sitzen alle in einem Boot, und so müssen alle auch nach den gleichen Regeln die Regatta fahren.

