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Wirtschaft

Der Arbeitsmarkt im Jahr 2009 – Auswirkungen der Krise blieben moderat

06. Januar 2010 – admin

Die Zahl der Erwerbslosen stieg im Krisenjahr 2009 an, jedoch „bei weitem nicht so stark wie befürchtet“, wie die Bundesagentur für Arbeit heute bekannt gab. Dennoch war das vergangene Jahr ein alles andere als leichtes Jahr für den Arbeitsmarkt. Die Begründung liefert die Bundesagentur in Nürnberg gleich mit: „Die deutsche Wirtschaft erlebte 2009 die tiefste Rezession seit Bestehen der Bundesrepublik. Das reale Bruttoinlandsprodukt ist nach aktuellen Schätzungen jahresdurchschnittlich um 4,9 Prozent geschrumpft.“

GIF-Banner 2,05 % - 175x116Dennoch konnten gerade durch die Erweiterung der Kurzarbeit und den Abbau von angestauten Überstunden viele Arbeitsplätze erhalten bleiben. „Die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt waren deutlich, blieben aber angesichts des massiven Produktionseinbruchs vergleichsweise moderat. So haben sich im Jahresdurchschnitt 2009 die Erwerbstätigkeit und darunter die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nur wenig verringert. Allerdings gab es deutliche Abnahmen bei Vollzeitbeschäftigung, während sozialversicherungspflichtige und geringfügige Teilzeitbeschäftigung weiter zugenommen haben. Der Abbau von Überstunden und Arbeitszeitkonten sowie die Ausweitung von Kurzarbeit verhinderten einen stärkeren Beschäftigungsabbau.“ Dennoch muss die Bundesagentur für Arbeit auch eines eingestehen: „Die Arbeitslosigkeit ist im Jahresdurchschnitt deutlich gestiegen, und zwar allein im Bereich der Arbeitslosenversicherung. Ohne die Entlastung durch Kurzarbeit und weitere arbeitsmarktpolitische Maßnahmen einschließlich eines statistischen Sondereffekts infolge der Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente wäre der Anstieg wesentlich größer ausgefallen.“

Die gesamten Zahlen für den Dezember und das Gesamtjahr 2009 sehen deshalb auch noch einigermaßen gut aus angesichts der Krise:

  • Arbeitslosenzahl im Dezember: +60.000 auf 3.276.000
  • Arbeitslosenquote im Dezember: +0,2 Prozentpunkte auf 7,8 Prozent
  • Arbeitslosenzahl im Jahr 2009: 3.423.000
  • Arbeitslosenquote im Jahr 2009: 8,2 Prozent

Der von vielen vermutete Anstieg der Zahl der Erwerbslosen auf vier Millionen, wenn nicht gar auf fünf Millionen, blieb bisher aus. Dennoch könnte die Arbeitslosenzahl in diesem Jahr weiter ansteigen, da für 2010 in Folge der Wirtschaftskrise die Zahl der Unternehmensinsolvenzen steigen wird. Ob dies auch mit der Kreditklemme zusammenhängt, die inzwischen längst keine Floskel mehr ist, kann nicht gesagt werden, zumindest teilweise kann dies jedoch vermutet werden.

Ratenkredit BannerTrotz dem noch moderaten Anstieg der Arbeitslosenzahl im vergangenen Jahr konnten die Zunahme bei den Erwerbslosen und die Zahlungen an die Kurzarbeiter nur noch knapp durch die Rücklagen der Bundesagentur für Arbeit aufgefangen werden. So schreibt die Bundesagentur in ihrem heute veröffentlichten Bericht Bedenkliches in Sachen Finanzlage der Arbeitsagenturen: „Im Jahr 2009 hat die BA nach vorläufigen Ergebnissen 34,28 Milliarden Euro eingenommen und 48,07 Milliarden Euro ausgegeben. Damit ergibt sich ein Defizit in Höhe von 13,79 Milliarden Euro. Das Defizit konnte durch die Rücklage der BA ausgeglichen werden. Für das Jahr 2010 verbleiben in der Rücklage noch 2,95 Milliarden Euro, die zur Finanzierung der Ausgaben in den ersten Monaten eingesetzt werden.“

Das bedeutet bei genauerem Hinsehen: Dieses Jahr wird die Bundesagentur für Arbeit die Kosten für die Arbeitslosigkeit in unserem Lande nicht  mehr aus eigener Tasche bezahlen können. Denn gerade durch die Kurzarbeit sowieso den Wechsel von Vollzeit zur Teilzeit fielen viele Beiträge in die Gesetzliche Arbeitslosenversicherung weitaus geringer aus als nach in den Jahren zuvor. Wenn der Verlauf dieses Jahr ähnlich gestaltet sein wird, ist damit zu rechnen, dass am Ende des Jahres 2010 unter dem Strich ein Defizit in zweistelliger Milliardenhöhe zu finden sein wird.

Noch immer ist nicht klar, ob und wann eine reguläre Erhöhung der Lohnnebenkosten im Bereich der Gesetzlichen Arbeitslosenversicherung kommen wird. Im Zuge der Wirtschaftskrise waren die Beiträge für die Zeit vom 1. Januar 2009 bis zum 30. Juni 2010 auf 2,8 Prozent gesenkt worden. Es könnte gut sein, dass es nicht zu einer Rückkehr auf 3,3 Prozent des Bruttolohns für die Gesetzliche Arbeitslosenversicherung kommt, sondern gleich noch weiter aufgeschlagen wird bei den Beiträgen, um die ansteigende Arbeitslosigkeit und die Kurzarbeit zu finanzieren. Darüber wurde heute nichts verlauten gelassen, es bleibt also Alles eine reine Spekulation, zumindest für den Moment. Aber im Sommer wird es dann wohl bittere Wahrheit für die Geldbeutel der Steuerzahler in Deutschland.

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